Den Standort Pirmasens aufgewertet

Kömmerling Chemie bleibt mit H.B. Fuller auf Wachstumskurs - Geschäftsführer: Fuller plant langfristig mit Pirmasens

Die "Kö Chemie" bleibt auch unter neuer Flagge auf Wachstumskurs. Der Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen konnte seinen Umsatz 2018 erneut steigern und hat in Pirmasens weiter investiert. Die H.B. Fuller-Gruppe, zu der die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH seit Oktober 2017 gehört, plane langfristig mit ihnen, versicherte Kömmerling-Geschäftsführer Bernd Helfrich gestern.

Für Kömmerling war die Übernahme durch den US-amerikanischen Konzern H.B. Fuller 2017 nicht der erste Verkauf; erst zwei Jahre zuvor hatte es einen Eigentümerwechsel gegeben. "Kö"-Geschäftsführer Bernd Helfrich hatte sich aber auch beim jüngsten Verkauf zuversichtlich gezeigt, dass der leistungsstarke Standort Pirmasens weiter wachsen könne. Der Name H.B. Fuller war freilich in Pirmasens bereits bekannt durch weniger gute Nachrichten: 2011 hatte Fuller den - auf der anderen Straßenseite arbeitenden - Schweizer Klebstoffhersteller Forbo übernommen, dessen Pirmasenser Werk allerdings 2014 geschlossen. Ein Jahr nach der Übernahme bestätigt nun die Entwicklung bei Kömmerling Chemie deren Geschäftsführer in seiner Zuversicht. Die von Fuller vermittelte Botschaft an die "Kö"-Mitarbeiter laute, dass man langfristig mit ihnen plane, betonte Helfrich gestern. So verantworte der Standort Pirmasens nun kommerziell und technisch das weltweite Geschäft mit Isolierglasdichtstoffen von Kömmerling und Fuller und sei zum globalen Kompetenzzentrum aufgewertet worden. Und das Fuller-Geschäft mit Klebstoffen für den Transportbereich sei unter Kömmerling-Führung organisatorisch neu aufgestellt worden.

Darüber hinaus werde es Veränderungen geben, die sich aus den Stärken einzelner Fuller-Standorte ergeben hätten. Bis Anfang 2020 sollten Kapazitäten aus dem Wachstumsbereich der Reaktiven Klebstoffe aus Frankreich nach Pirmasens verlagert werden; im Gegenzug werde der kleine und nicht mehr wachsende Pirmasenser Bereich der Lösemittelklebstoffe einem elsässischen Werk zugeordnet. Helfrich geht davon aus, dass sich die Verlagerungen in Mengen ausgleichen werden. Bei der Beschäftigung strebe man dies ebenfalls an.

Erhöht hat Kömmerling im Geschäftsjahr 2017/2018 (zum 30. September) seinen Umsatz nach vorläufigen Angaben auf 181 Millionen Euro. Und weiter investiert. So flossen nicht nur zwei Millionen Euro in die Fertigungstechnologie in Pirmasens, wo 2018 ein neuer Kneter für Isolierglasdichtstoffe in Betrieb ging. Für die Logistik wurden 2017/2018 drei Millionen Euro ausgegeben: Siloanalgen im Stammwerk wurden erweitert, vor allem aber das Logistikzentrum auf dem Staffelhof. Dort wurde eine zweite, 2400 Quadratmeter große Halle für die Verpackungen gebaut, die bisher in einem externen Lager in Thaleischweiler-Fröschen untergebracht waren. Damit, so Helfrich, habe man die Verpackungsanlieferung in die Fertigung integriert und erspare sich Fahrten. Allein 2017 wurden vom Gelände auf dem Staffelhof 230 Überseecontainer mit "Kö"-Produkten auf die Reise geschickt. 15000 Tonnen werden hier jährlich umgeschlagen. 15 Mitarbeiter sind dort tätig; am Hauptsitz Pirmasens sind es 356, 21 mehr als vor zwei Jahren, wobei es laut Helfrich immer schwieriger wird, für die Produktion Leute zu finden.

Für weiteres Wachstum wäre auf dem Staffelhof übrigens noch Platz. Auch eine dritte Halle käme auf dem 17.000 Quadratmeter großen Gelände unter. Dies wäre aber nur eine Option. In der Zweibrücker Straße gäbe es - neben der der Liegenschaft Profine/Kö Chemie - noch eine: die ehemalige Forbo-Liegenschaft, die H.B. Fuller gehört. Ob und wie sie diese nutzen könnten, so Helfrich, werde gerade geprüft.

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von Mechthild Treusch

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Quelle: Die Rheinpfalz - Donnerstag, 18. Oktober 2018

Bernd Helfrich, Geschäftsführer KÖMMERLING CHEMISCHE FABRIK GMBH