Butterfly-Planeten-Mischer gestern angekommen – Lieferung durch das Hallendach – Inbetriebnahme für Herbst geplant

Bei Kömmerling-Chemie ist es manchmal wie in einer Bäckerei, nur in groß und chemisch. Da werden verschiedene Zutaten in eine Teigmaschine gegeben, durchgemischt und am Ende kommt ein Produkt raus, das verkauft wird. Eine solche Teigmaschine, ebenfalls in groß und in chemisch, wurde gestern in die Zweibrücker Straße geliefert.

Natürlich spricht Kö-Chemie nicht von einer Teigmaschine, sondern von einem Butterfly-Planeten-Mischer. Butterfly (das englische Wort für Schmetterling), weil die Knethaken in Form eines Schmetterlings gebaut sind. Planeten, weil sie sich ähnlich wie die Himmelskörper sowohl um einen zentralen Punkt, als auch um sich selbst drehen. Mit einem Kran wurde der Mischer am Morgen über das Dach in die Produktionshalle gehievt. Dort wird zeitnah mit den Installationsarbeiten begonnen. Dazu gehört auch die Einrichtung der Elektrik und die Montage der Rohre für die Energieversorgung und die Flüssigrohstoff-Anbindung.

Beim Bäcker ist es Mehl und Wasser, was als Basis in den Mischer kommt, bei Kö-Chemie sind es Polymere. Statt Salz, Hefe oder andere Zutaten, kommen beim Traditionsunternehmen Füllstoffe, Farben oder Katalysatoren in den großen, 1.300 Liter fassenden Rührkessel, der unter den Mischer gefahren werden kann. Das ergibt eine sehr dickflüssige Substanz, die von der 20 Tonnen schweren Maschine kräftig durchgemischt wird. Am Ende des Mischvorgangs entstehen so genannte MS-Polymere oder Hybrid-Klebstoffe. Die werden in Kartuschen oder in wurstähnliche Schlauchfolien gepackt. Gebraucht werden diese Materialien vor allem in der Automobilindustrie, etwa zum Dichten von Kühlanhängern oder zum Verkleben von Bus und Autoteilen (siehe Hintergrund).

Rund zwei Jahre vergingen von der Planung bis zur gestrigen Anlieferung des Butterfly-Planeten-Mischers. Wo der Bau dieser Maschine in Auftrag gegeben wurde, möchte Dr. Knut Göke, Leiter des Produktmanagements bei Kö-Chemie, nicht verraten. Die Kosten hingegen schon: „350 000 Euro von der Idee bis zur Installation“. Die Inbetriebnahme der Maschine, die von einem einzigen Mitarbeiter bedient werden kann, ist für Oktober geplant.

Dann beginnt auch das neue Geschäftsjahr des Unternehmens. Rund fünf Millionen Euro seien im letzten Jahr investiert worden, schwerpunktmäßig in die Effizienz und Produktivität des Betriebs. Dies soll sich künftig ändern, auch wenn in etwa jährlich die gleiche Investitionssumme geplant ist. „Wir sind momentan gut ausgelastet, deswegen liegt unser Fokus künftig auf der Kapazitätserweiterung“, steht für Göke nicht mehr das „Wie“ sondern das „Wie viel“ im Vordergrund. Und weil die Firma auf dem Betriebsgelände platzmäßig etwas begrenzt sei, wurde die Produktionshalle mit einer zweiten Etage in die Höhe erweitert. „Wir haben noch einige weitere Themen auf unserer Agenda, aber alles zu seiner Zeit“, möchte sich Göke nicht in die Karten schauen lassen. (pci)

Quelle: Pirmasenser Zeitung, Donnerstag 4. August 2016

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Maßarbeit: Der neue Butterfly-Planeten-Mischer der Kömmerling-Chemie wurde gestern mit einem Kran durch das Dach in die Produktionshalle gehievt. (Foto: Kömmerling-Chemie)

Hintergrund

Kleben macht Schlank

Kö-Chemie liefert der Automobilindustrie Klebstoffe. Der Vorteil des Klebens liegt vor allem in der Gewichtsreduktion. „Jedes Kilo, das beim Bau eines Lasters gespart wird, kann später mit hintendrauf gepackt werden“, erklärt der Produktmanagementleiter bei Kö-Chemie. Klebstoff habe aber noch weitere Vorteile: „Wo Klebstoff statt Nieten verwendet werden, kann kein Rost entstehen“, weiß der Experte. Außerdem verteile sich die Spannung bei geklebten Teilen auf die gesamte Fläche. In modernen Autos befänden sich heute etwa 15 bis 18 Kilo Klebesubstanzen, in einem Lasteranhänger um die 200 Kilo. Trotz des hohen Anteils sinkt dadurch das Gesamtgewicht im Vergleich zu anderen Bauweisen. (pci)

Weitere Informationen und Belegexemplar an:

Kömmerling Chemische Fabrik GmbH
Dr. Knut Göke
Zweibrücker Str. 200
66954 Pirmasens
Tel: +49 6331 56-2330
Fax: +49 6331 56-1110
E-Mail: marketing@koe-chemie.de
www.koe-chemie.de

Die Kömmerling Chemische Fabrik hat einen sogenannten Butterfly-Planeten-Mischer angeschafft. Um dieses 20 Tonnen schwere Gerät in die Produktionshalle zu bekommen, musste es mit einem Kran durch das Hallendach gehievt werden.

Wie Knut Göke, Leiter Produktmanagement und Marketing, sagte, habe man für den Mischer inklusive Einbau 350.000 Euro investiert. Das Gerät habe ein Fassungsvermögen von 1300 Liter und soll pro Jahr 1400 bis 2000 Tonnen Klebstoff herstellen.

Der Mischer stellt Materialien wie MS-Polymere oder Hybrid-Klebstoffe her, die vor allem in der Autoindustrie eingesetzt werden. Solche Produkte habe man auch bisher schon im Angebot, aber nun könne man sie in einer höheren Dichte herstellen. „Die neuen Produkte sind sehr dickflüssig, weshalb sie richtig gut durchgerührt werden müssen“, erklärte der Produktmanager. Deshalb habe man den Mischer als Sonderausführung bauen lassen. Die Klebstoffe kämen bei Kühlfahrzeugen, Lkw, Pkw, Bussen, Reisemobilen und Wohnwagen zum Einsatz. Durch den Wegfall von Nieten und Schrauben spare man Gewicht, könne besser abdichten und die Klebungen seien langlebiger, da man keine Roststellen durch Verschraubungen oder Nieten habe.

„In den letzten Jahren wurde schwerpunktmäßig in Effizienz und Produktivität investiert. Nun liegt der Fokus auf der Kapazitätserweiterung“, sagte Göke. Im vergangenen Geschäftsjahr (von Oktober bis September) habe man fünf Millionen Euro investiert und werde in den nächsten Jahren in dieser Größenordnung weitermachen. „Vielleicht auch etwas mehr“, bemerkte Göke. Zurzeit sei man ziemlich gut ausgelastet, setze daher auf Kapazitätserweiterung./bcr

Quelle: Die Rheinpfalz - NR. 180, Donnerstag 4. August 2016

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Durch das Dach schwebt der 20 Tonnen schwere Butterfly-Planeten-Mischer der Kömmerling Chemische Fabrik in die Halle. (Foto: Knut Göke/Frei)

Kö-Chemie hat gutes Geschäftsjahr hinter sich – Über 172 Millionen Euro Umsatz

Es war erneut ein gutes Geschäftsjahr für die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH. Das geht aus einem Bericht hervor, den Geschäftsführer Bernd Helfrich gestern vorlegte. Das Unternehmen hat beim Umsatz deutlich zugelegt, nicht zuletzt aufgrund des englischen Standortes in Preston bei Manchester. Doch auch in Pirmasens läuft es gut, hier soll im aktuellen Geschäftsjahr kräftig investiert werden.

Eine Kömmerling-Mitarbeiterin bei der Herstellung von Klebstoff. Die Firma ist laut Geschäftsführer Bernd
Helfrich Technologie-Marktführer in der Branche.
Eine Kömmerling-Mitarbeiterin bei der Herstellung von Klebstoff. Die Firma ist laut Geschäftsführer Bernd Helfrich Technologie-Marktführer in der Branche.

172,6 Millionen Euro Umsatz stehen zusammengenommen bei allen europäischen und asiatischen Standorten unterm großen Strich. Das bedeutet eine Steigerung von zehn Prozent im abgeschlossenen Geschäftsjahr, das von 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 gerechnet wird. Vor Steuern steht ein Gewinn von 14,3 Millionen Euro in den Geschäftsbüchern. Die Hälfte des Umsatzwachstums geht laut Helfrich auf den Standort Preston zurück. In der nordwestenglischen Stadt hat der Dicht- und Klebstoffhersteller im April 2015 die Firma Chemical Innovation übernommen, die in diesem Fiskaljahr erstmals voll durchschlage. Dort wird die Cilbond-Produktreihe produziert, Haftvermittler, die bei Gummi-Metall-Verbindungen eingesetzt werden. Die andere Hälfte sei auf klassisches organisches Wachstum zurückzuführen. In den USA und Asien hätten vor allem Isolierglasdichtstoffe – rund 52 Prozent des Umsatzes gehen auf dieses Geschäftsfeld zurück – zugelegt, in Deutschland sorgten vor allem Klebstoffe für Fahrzeuge und Industrieanwendungen für klingelnde Kassen. Etwas weniger als ein Drittel des Umsatzes macht Kö-Chemie in deutschen Landen.

Hierzulande betreibt Kö-Chemie noch einen Produktionsstandort im niedersächsischen Langelsheim, gesteuert wird das global agierende Unternehmen aber von Pirmasens aus. Dass die amerikanische Muttergesellschaft Royal Adhesives & Sealants und der Investor American Securities das so sehen, freut Helfrich: „Das ist ein Vertrauensbeweis und stärkt den Standort.“ Froh ist er auch darüber, dass für das aktuelle Geschäftsjahr das Investitionsbudget für alle europäischen Standorte von fünf auf acht Millionen Euro erhöht worden ist. Der Schwerpunkt dabei ist Pirmasens mit rund 75 Prozent des Volumens. Investiert wird das Geld in Silo- und Produktionsanlagen sowie in die Prüf- und Messtechnik. Auch die Kapazität soll erweitert werden. „Wir sind trotz beengtem Platz gewachsen, haben jetzt aber einen Punkt erreicht, an dem investiert werden muss“, begründet Helfrich die angedachte Verdoppelung der Lagerkapazität auf dem Staffelhof. Das 17 000 Quadratmeter große Gelände sei gering bebaut und auf Erweiterung ausgelegt. Es sei theoretisch auch möglich, Teile der Produktion dorthin zu verlegen. Im Frühjahr sollen die Arbeiten dafür beginnen. In Pirmasens verdienen 335 Mitarbeiter bei Kö-Chemie ihre Brötchen, weltweit sind es 463.

Ein Großteil des Budgets 2017 wird in Pirmasens investiert

 

Die Muttergesellschaft, so Helfrich, hat gesehen, dass die Wachstumsstrategie aufgegangen ist. Deshalb gebe es auch für das kommende Finanzjahr „ehrgeizige Wachstumspläne“, die 180-Millionen-Marke beim Umsatz soll geknackt werden. Bernd Helfrich sieht Kömmerling auf einem guten Weg. Das Unternehmen bewege sich in Märkten, die Wachstumspotenziale hätten. Die aktuellen Geschäftszahlen würden das belegen, denn im Vergleich zu 2016 hätte Kö-Chemie bereits zugelegt. Dennoch sei das Vorhaben kein Selbstläufer: Der Brexit und die politischen Rahmenbedingungen in den USA unter Präsident Donald Trump seien Risiken, die man zu spüren bekommen könnte. In Großbritannien sei die Nachfrage bereits etwas gedämpft und auch die angedrohten Zölle in Amerika würden das Unternehmen treffen, gibt Helfrich zu. Ein wichtiges Ziel sei auch, sich als starke Arbeitgebermarke darzustellen. Dafür habe die Firma ihren Internet-Auftritt überarbeitet. „Man muss ja der Webseite nicht ansehen, dass wir 120 Jahre alt sind“, scherzt Helfrich. (pci).

Quelle: Pirmasenser Zeitung, Samstag, 11. Februar 2017

Die „Kö Chemie“ bleibt eine stabile Größe für die Region: Der Hersteller für Kleb- und Dichtstoffe hat 2016 Umsatz und Ergebnis erneut gesteigert und wird in diesem Jahr den Standort Pirmasens weiter stärken. Etwa sechs Millionen Euro sollen fließen: in Produktion, Anwendungstechnik und Service sowie in die Erweiterung der Logistik.

Die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH bleibt auf Wachstumskurs: Im Geschäftsjahr 2015/16, das zum 30. September 2016 endete, konnte die Gruppe ihren Umsatz aus den europäischen und asiatischen Aktivitäten um zehn Prozent steigern auf 172,6 Millionen Euro, das Ergebnis verbesserte sich gar um über 20 Prozent. Für Geschäftsführer Bernd Helfrich hängt dieser Erfolg auch damit zusammen, dass das Unternehmen mit seinen Kleb-und Dichtstoffen in einem Wachstumsbereich agiert. Leichter, leiser, energieeffizienter – das sei der Trend, der der Branche weiteres Wachstum ermögliche. Nur ein Beispiel ist für Helfrich der Transportbereich: Während vor etwa zehn Jahren noch fünf Kilogramm Klebstoff in einem Auto verbaut wurden, sei es heute mehr als das Doppelte.

Entscheidend für den Erfolg sind für Helfrich aber weitere Faktoren: dass sie Kunden maßgeschneiderte und innovative Lösungen anböten, dass sie international auch mit Service vertreten seien, dass die Mitarbeiter engagiert bei der Sache seien.

Die positive Entwicklung schlägt sich nieder in einer weiteren Stärkung des Standortes Pirmasens, der innerhalb der US-Muttergesellschaft Royal bereits federführend die weltweite Vermarktung für Isolierglasstoffe und für Technologien im Bereich Erneuerbare Energien verantwortet. Schon 2016 wurden fünf Millionen Euro investiert an Standorten der Kömmerling-Gruppe, zu der Produktionen in Pirmasens und Langelsheim gehören sowie jeweils ein Betrieb in Großbritannien und in China. Für 2017 sei das Investitionsbudget erhöht worden auf acht Millionen Euro, so Helfrich. Davon sollen ungefähr Dreiviertel nach Pirmasens fließen, also etwa sechs Millionen Euro.

Investiert werde in Pirmasens im Produktionsbereich in Silo- und Produktionsanlagen, aber auch in neue Prüf- und Messtechnik. Damit soll nicht nur die Kapazität, sondern auch die Innovationsfähigkeit weiter erhöht werden, wie Helfrich erläutert. Denn ihr Ziel sei es, im engen Dialog mit dem Kunden herauszufinden, welches maßgeschneiderte Produkt er benötige. Dafür würden auch Anwendungstechnik und technischer Service weiter ausgebaut, nachdem dort bereits 2016 leicht aufgestockt worden sei.

Geplant ist außerdem eine „deutliche Erweiterung“ des Lagers auf dem Staffelhof. Dort stehen auf eigenem Gelände 17.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, die bislang nur in geringem Umfang bebaut sei, so Helfrich. In einem ersten Schritt werde in diesem Jahr die Fertigwaren-Logistik erweitert. Damit will das Unternehmen auch der zunehmenden Raumnot in der Zweibrücker Straße begegnen. Bereits jetzt unterhält Kömmerling Außenstandorte, etwa in Thaleischweiler-Fröschen und bei Speditionen.

Der Erfolg spiegelt sich ebenfalls im personellen Bereich wider: In Pirmasens wurde die Belegschaft 2016 um 15 neue Mitarbeiter aufgestockt auf nun 335 (inklusive Holding). Darunter sind vier Auszubildende, vier weitere sollen in diesem Jahr eingestellt werden, zwei Industriekaufleute und zwei angehende Wirtschaftsingenieure.

Nachwuchsprobleme hat das Unternehmen nicht, zumindest nicht im technischen Bereich. „Wir schaffen es sehr gut, technisch hoch qualifizierte Personen für unser Unternehmen zu finden“, stellt Helfrich fest. Da hätten sich auch der neue Internetauftritt und die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen bewährt. Schwierig sei es allerdings, Nachwuchs für Produktion und Logistik zu finden – da gebe es nur wenig Bewerbungen. Was die demografische Entwicklung angeht, ist der Geschäftsführer zuversichtlich: Immerhin hätten sie es geschafft, den Altersdurchschnitt von knapp 50 auf 46 Jahre zu senken.

Zuversichtlich fällt ebenfalls sein Ausblick aufs laufende Jahr aus. In den ersten vier Monaten lägen sie leicht über Vorjahr, sagt Helfrich. Für das gesamte Jahr gingen sie von einem Wachstum aus. Allerdings gebe es Risiken. Etwa Preissteigerungen bei Rohstoffen, die sie nicht weitergeben könnten. Und politisch bedingte Unwägbarkeiten. Unklar sei etwa, wie sich die Nachfrage in Großbritannien angesichts des beschlossenen EU-Austritts entwickele. Und wie die Wirtschaftspolitik der USA aussehe – derzeit immerhin eine der stärksten Wachstumsregionen für Kö. |tre

Quelle: Rheinpfalz, Samstag, 11. Februar 2017

Lehrer bilden sich in der Kunst des Klebens für "fesselnden" Unterricht fort

Klebstoff ist die Verbindungstechnik des 21. Jahrhunderts. Wie man seine chemischen und physikalischen Eigenschaften in Experimenten vermitteln kann, ließen sich 22 Lehrer am 04. und 05. April in Pirmasens zeigen. Am dortigen Campus der Hochschule Kaiserslautern übernahmen Klebstoff-Experten der ansässigen Kömmerling Chemische Fabrik GmbH, der Technischen Universität Dortmund und des Fraunhofer Instituts aus Bremen die fachliche Betreuung.

Pirmasens. In mehreren Impulsvorträgen erfuhren 22 Lehrer alles über das Kleben, das als die Verbindungstechnik des 21. Jahrhunderts gilt. Hochleistungs-Klebstoffe werden in vielen Bereichen eingesetzt, vom Smartphone bis zum Windrad. Geklebte Rotorblätter müssen beispielsweise extreme Belastungen aushalten, wie Wind von 300km/h Spitzengeschwindigkeit, eisige Temperaturen oder Sommerhitze. Das sorgte auch bei den Schülerinnen, Schülern und Studierenden für Staunen, die zum Vortrag auf den Campus kamen.

Fesselndes Thema

Nach den Vorträgen testeten die Lehrer im Labor der Hochschule viele Klebstoff-Versuche für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Auch Dr. Knut Göke findet das Thema fesselnd. Seit 17 Jahren arbeitet er mit diesem Material und ist immer wieder fasziniert über die unendlich vielen Einsatzmöglichkeiten von Klebstoffen.

Der Leiter des Produktmanagements sagte: „Ich freue mich, das Fachwissen an Lehrer weiterzugeben. Wenn sie spannende Experimente im Unterricht machen, wecken sie das Interesse der Schüler an den Naturwissenschaften. Und davon profitieren wir, denn wir suchen immer nach geeigneten Nachwuchskräften.“ Daher war auch Kömmerling-Personalleiter Wolfgang Heidenreich vor Ort, der für Nachfragen über die beruflichen Möglichkeiten in der Klebstoff-Industrie bereitstand.

Spannender Unterricht ist wichtig 

Organisiert wurde die Lehrerfortbildung, die komplett ausgebucht war, von den Chemieverbänden Rheinland-Pfalz. Deren Vertreterin Dr. Christine von Landenberg freute sich über das Interesse: „Alltägliches kann so spannend sein, wenn man es von einer naturwissenschaftlichen Perspektive aus betrachtet. Chemische und physikalische Phänomene umgeben uns überall. Spannender Schulunterricht macht die Zusammenhänge sichtbar.“

Berufliche Wege betrachten 

Wer sich für technische oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge interessiert, dem stehen über 60 Berufe in der Chemie-, Pharma- und Kunststoffverarbeitenden Branche offen. In Rheinland-Pfalz ist die Chemie die umsatzstärkste Branche. Allein 2016 haben 1.463 junge Menschen dort eine Ausbildung begonnen. Aber die Zahl der unbesetzten Stellen steigt. Besonders der Kernberuf Chemikant kämpft mit rückgehenden Bewerberzahlen. Auch Kömmerling sucht MINT-begeisterte Auszubildende; besonders für ein duales Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen. Freie Stellen der Chemieunternehmen finden sich auf www.elementare-vielfalt.de, und der Chemie-Blog www.chemie-azubi.de erlaubt einen Blick hinter den Werkszaun der Betriebe.

Quelle: Arbeitgeberverband Chemie - Diese Pressemitteilung finden Sie auch zum Download unter www.chemie-rp.de
Fotograf: Marcel Hasübert, mh-foto.de
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Hintergrundinformation:

Die Chemieverbände Rheinland-Pfalz sind eine Gemeinschaft des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz e.V. und des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Sie vertreten die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen ihrer rund 180 Mitgliedsunternehmen. Mitglieder sind Unternehmen der chemischen Industrie oder chemienaher Ausrichtung mit Sitz in Rheinland-Pfalz.

 

Schüler vom „Tag der Chemie“ in der Hochschule begeistert

Artikel der Pirmasenser Zeitung

Artikel der Pirmasenser Zeitung

Ist Pirmasens eine Alternative für Berufsanfänger oder müssen sie Pirmasens verlassen? Müssen sie studieren oder bringt auch eine gute Ausbildung vor Ort einen guten Job? Das sind Fragen, die sich Schülerinnen und Schüler stellen müssen. Damit hier eine richtige Antwort gefunden werden kann, hat die Hochschule (HS) Kaiserslautern am Campus Pirmasens und die Chemieverbände Rheinland-Pfalz 2011 eine Kooperation ins Leben gerufen. Beim diesjährigen Tag der Chemie war der Einsatz von Klebstoffen ein spannendes Thema.

41 Schüler und Schülerinnen der 6. Klassenstufen des Leibniz-Gymnasiums mit ihren Klassenleiterinnen und Chemielehrerinnen Monika Hook, Daniela Schilling und Beate Klimmer-Fitting bekamen Einsichten in die Welt der Chemie. Das Leibniz hat als einziges Gymnasium eine wöchentliche Experimentierstunde, in der die Gruppe auf die Exkursion vorbereitet wurde.

Prof. Dr. Thomas Stumm erläuterte bei seiner Vorlesung, was für Stoffe um uns herum Chemie ausmachen und machte eindrucksvoll Werbung für die „schönste Hochschule, die viel zu bieten hat.“ Man merkte ihm an, dass er es nicht nur als Pflichttermin sah, sondern mit Spaß und Leidenschaft dabei war.

Während früher noch 100 Zwickstifte die Schuhe zusammenhielten, sind gerade die heutigen Turnschuhe aus Kunststoff ein Paradebeispiel, was Kleber leisten können. Bis zum Schnürsenkel ist alles Chemie. Die zehn- bis zwölfjährigen „Experten" wussten schon, was sie mit Kleber anfangen können. Da wurden auch schon mal die Finger mit Sekundenkleber in Mitleidenschaft gezogen oder mit Opa die Fliesen in der Küche geklebt.

Prof. Stumm erläuterte, dass nicht alle Klebestreifen Tesafilm und nicht alle Alleskleber Uhu heißen, sondern Markennamen sind. Der Name Alleskleber sei sowieso irreführend, denn er könne nicht alles, es komme auf das Material an und die Geduld.

Der Leiter des Produktmanagements der Kömmerling Chemische Fabrik GmbH Dr. Knut Göke stellte mit seinem Team heraus, dass ein Kleber flüssig sein sollte, damit er eine gute Verbindung eingehen kann. Er muss es wissen, denn Kömmerling, 1897 mit Schuhklebstoffen in Pirmasens unweit vom Campus angefangen, ist weltweiter Hersteller von qualitativ hochwertigen Kleb- und Dichtstoffen für Isoliergläser, Autos, Schiffe und Flugzeuge. Wer hört, dass Seitenleitwerke von Flugzeugen geklebt werden, der wird anders in den Urlaub fliegen und der Werbefilm, bei dem ein Auto mit einem Klebepunkt hochgezogen wird, ist laut Dr. Göke absolut möglich.

„Wir haben altersgerechte Experimente vom Chemieverband, sind modern und wollen vom Denken des 19. Jahrhunderts weg. Wir müssen frühzeitiger in die Schulen und an die Chemie heranführen, da Projekttage meistens zu spät sind. Wir müssen uns bekannter machen und zeigen, dass wir gute Jobs bieten können“ begründet Dr. Göke das Engagement der Firma, die auch die Hochschule ausrüstet und unterstützt. „Chemie hilft, die Natur besser zu verstehen und die natürlichen
Vorgänge für uns zu nutzen, freute sich Tobias Göpel, Pressesprecher der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, über die Begeisterung und versprach, weiterhin dieses Angebot der Hochschule zu unterstützen.

Joachim Tretter von der KÖ-Anwendungstechnik Klebstoffe und Dichtstoffe, hatte das interessanteste Experiment. Die Schülerinnen und Schüler, fachmännisch ausgestattet mit Schutzbrille und weißem Kittel, durften selbst Kleber herstellen - mit handelsüblichen Gummibärchen und der richtigen Mischung Wasser. Prof. Stumm zeigte, dass auch Stärke kleben kann. Karin Hilz, seit Mai Schulbeauftragte, freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den Schulen. Denn hier werde deutlich, dass Studium oder Ausbildung auch in Pirmasens möglich sei. (kly)

Quelle: Pirmasenser Zeitung, Freitag, 15. Juli 2016

Neuartige PV-Module an der Außenfassade des Frauenhofer ISE im Test

ln einem Pilotprojekt prüft das Freiburger Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) an der Fassade eines seiner Gebäude das neu entwickelte PV-Modul TPedge. Das  Glas-Glas-Modul lässt sich auf einer modifizierten lsolierglaslinie industriell fertigen und ähnelt einer 2-fach Isolierglasscheibe mit Warmer Kante. Ein elastischer Randverbund von KÖMMERLING dichtet die Module ab und erhöht damit die klimatische Widerstandsfähigkeit der PV-Elemente.

presse_dersonneentgegenSeit 35 Jahren forschen Wissenschaftler am Fraunhofer ISE in Freiburg für die Energieversorgung der Zukunft. Die kleine 24-köpfige Gruppe um Institutsgründer Prof. Adolf Goetzberger ist heute auf 1100 Mitarbeiter angewachsen und zum größten Solarforschungsinstitut Europas geworden. Entwickelt werden Materialien, Komponenten, Systeme und Verfahren, die auf eine zukünftige Energieversorgung durch 100 Prozent erneuerbare Energien abzielen. Die Strategie des Instituts, in enger Kooperation mit deutschen und europäischen Industriepartnern innovative Produkte mit industriellen Fertigungsmöglichkeiten zur Serienreife zu bringen, vereinfacht die Markteinführung neuer Lösungen und macht sie gleichzeitig für die Hersteller auch wirtschaftlich attraktiv.

PV-Module für Außenfassade

Die Energieexperten des ISE arbeiten unter anderem an der Optimierung verschiedener Photovoltaiksysteme, wie zum Beispiel der Integration von PV-Modulen in die Gebäudefassade. Der Einfachheit halber testen die Forscher gleich am eigenen Bestand: Das neueste, 2013 eingeweihte energieeffiziente Laborgebäude wurde als Demonstrations- und Testobjekt für neue Technologien konzipiert. Auf zwei Geschossen und insgesamt 2.400 Quadratmetern Laborfläche wird dort die Effizienz von Solarthermie und Photovoltaik verbessert. Der nüchterne kubische Bau befindet sich an einer Straßenkreuzung am Rand des Fraunhofer Institutsviertels. Eine graue Fassade aus Faserzementpaneelen teilt die Gebäudehülle in kleine rechteckige Flächen, in die passgenau Glasbänder verschiedener Höhen und Breiten eingesetzt sind.

Kaltfassade mit Paneelen und Modulen

Auf der langen, nach Südwesten ausgerichteten Seite des Gebäudes wurden rund um die Glasbänder im oberen Geschoss PV-Module angebracht. Anthrazitfarbene Fensterrahmen und die schwarz emaillierten Module lassen von weitem den Eindruck eines dunklen homogenen Fassadenbands entstehen. Die Lage an einer dreispurigen Straße und die rückversetzte Bebauung mit nur wenigen Bäumen sorgen für ausreichend Freifläche vor dem Gebäude. So werden die PV-Module aufgrund der örtlichen Struktur kaum durch Beschattung beeinträchtigt. Die Gebäudehülle ist als vorgehängte hinterlüftete Kaltfassade ausgeführt. Das Format der an einer Fassaden-Unterkonstruktion befestigten Faserzementpaneele ist mit einem Maß von 1,6 x 1 Metern identisch mit dem der getesteten PV-Module. Auch das Befestigungssystem ist gleich. So lassen sich Paneele und Module am Gebäude einfach gegeneinander austauschen. Beim Bau wurden zunächst zehn Module in die Südwestseite der Fassade integriert. Im Oktober 2015 kamen weitere 60 Module hinzu. Der Strom der nun 170 Quadratmeter großen Anlage wird über vier Wechselrichter ins Netz eingespeist.

Neuartiges Glas-Glas-Modul

Die verwendeten kristallinen PV-Module mit dem patentgeschützten Namen TPedge wurden im ISE entwickelt und in einer PiIotproduktion gefertigt. Sie sind für das Forschungsprojekt mit innovativen rückseitenkontaktierten Solarzellen bestückt. Max Mittag, Wissenschaftler am ISE, erklärt die Besonderheiten der Module: "Aufgebaut ist TPedge als ein randversiegeltes, einkapselungsfreies Glas-Glas-Modul, in dem die Zellmatrix punktuell verklebt wird. So liegen die Solarzellen vor Umwelteinflüssen gut geschützt im Glaszwischenraum." Das heißt, die übliche Laminierung der Solarzellen zwischen zwei Folien entfällt und die bisher offene, nur folienlaminierte Rückseite von herkömmlichen PV-Modulen ist hier durch eine Glasscheibe ersetzt. Ein elastischer Randverbund des Kleb- und Dichtstoffherstellers Kömmerling, bestehend aus einem thermoplastischen Abstandhalter und einem Sekundärdichtstoff, dichtet das Modul am Rand vollständig ab. Er gleicht eventuelle Pumpbewegungen der Gläser aus und hält dadurch auch unter extremen klimatischen Bedingungen das Modul zuverlässig dicht. Die geschützte Lage der Solarzellen und der elastische Randverbund erhöhen außerdem die Alterungsbeständigkeit der Module.

Herstellung mit modifizierter lsolierglaslinie

Die Konstruktion der TPedge-Module ähnelt einem Isolierglas mit dem Warme-Kante-System von Kömmerling. Daher basiert das vom ISE und dem Partner Bystronic glass entwickelte Herstellungsverfahren auf einer modifizierten Isolierglaslinie: Auf der rückseitigen Scheibe des Moduls werden mittels eines Roboters Klebepunkte aus einem UV-härtenden Acrylatklebstoff aufgebracht, auf denen die Zellmatrix aufliegt. Die Oberseite der Solarzellen wird ebenfalls mit einem Raster aus transparenten Klebepunkten versehen. Diese dienen allerdings nicht zur Befestigung, sondern ausschließlich als Abstandhalter und Schutz der Matrix bei eventuellen Lasten auf dem vorderen Glas. Sie bedecken nur 0,3 Prozent der Solarfläche, um den solaren Ertrag so groß wie möglich zu halten. Nach der zehn Sekunden dauernden Aushärtung der Verklebung bringt ein Bystronic-Roboter den thermoplastischen Abstandhalter HelioSeal PVS 101 direkt aus dem Fass in einem Zug auf die Scheibe auf. Danach wird die vordere Scheibe aufgesetzt. Sie ist beidseitig mit einer Anti-Reflexbeschichtung versehen. Anschließend wird das PV-Modul mit Gas befüllt und mit dem UV-beständigen Silikon-Sekundärdichtstoff Heliobond PVA 200 versiegelt.

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ln dem randversiegelten, einkapselungsfreien Glas-Glas-Modul wird die Zellmatrix punktuell verklebt.

Objekttafel

Bauherr:
Fraunhofer ISE (Freiburg)
Planer:
Emmer Pfenninger Partner AG (Schweiz/Münchenstein), Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten (München)
Hersteller PV-Modul:
Fraunhofer ISE in Zusammenarbeit mit Bystronic glass und Kömmerling
Verarbeiter:
Fassadentechnik Weiser (Crispendorf)
Fertigstellung:
Gebäude mit 10 PV-Modulen 2013,
60 weitere PV-Module Oktober 2015

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Das Glas-Glas-Modul lässt sich auf einer modifizierten lsolierglaslinie industriell fertigen und ähnelt einer 2fach-lsolierglasscheibe mit Warmer Kante.

Zeit- und kostengünstige industrielle Fertigung

Das bewährte industrielle Verfahren ermöglicht eine besonders zeit- und kostengünstige Herstellung. Max Mittag nennt Zahlen: "Statt einer Taktzeit von 12 Minuten für ein Modullaminat lassen sich TPedge-Module mit Taktzeiten von unter einer Minute fertigen." Durch die spezielle Konstruktion werden Folie, Laminierung und Metallrahmen herkömmlicher Standardmodule vollständig ersetzt. "So können bis zu 15 Prozent Materialkosten eingespart werden." In der Klimakammer haben die TPedge-Module schon einen Härtetest von 4.000 h hinter sich gebracht. Die Ergebnisse sind sehr gut: Im Gegensatz zu herkömmlichen Modulen weist die Zellmatrix keinerlei Veränderungen auf. Die kritischen Prüfsequenzen der IEC-Norm 61215 wurden erfolgreich durchlaufen. Mit der Integration von PV-Modulen in Fassaden stehen zusätzliche Flächen zur Stromgewinnung zur Verfügung, auch wenn die senkrechte Montage der Module nicht für optimalen Ertrag sorgt. Mittag sieht mehrere Fragen für Planer und Architekten: "Was bedeutet fassadenintegrierte Photovoltaik für den Wärmeeintrag im Gebäude? Und welche Konzepte gibt es für ästhetisch anspruchsvolle Fassadenlösungen?" Mit laminierten PV-Modulen halten gestalterisch individuellere Lösungen wie übergroße, farbige oder teiltransparente PV-Fassaden Einzug. Mit den TPedge- Modulen setzt das Fraunhofer ISE dagegen auf eine kostengünstige, schnelle und einfache industrielle Fertigung, die große Stückzahlen ermöglicht und die deutsche und europäische PV-Industrie stärken kann. Aktuell wird nach einem Industriepartner gesucht, der in die Produktion einsteigt.

 

Quelle: Fassade - Technik und Architektur, Ausgabe 4/2016,  August 2016

Bei „Kö Chemie" läuft es rund. Hinter dem Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen liegt ein erfolgreiches Geschäftsjahr und auch für 2016 ist Geschäftsführer Bernd Helfrich zuversichtlich - trotz erschwerter Bedingungen in China und Russland. Kontinuität wahrt ebenfalls der neue Eigner der Mutter: In Pirmasens wird weiter investiert.

2015 sei ein erfolgreiches Jahr für Kömmerling Chemie gewesen, stellt Geschäftsführer Bernd Helfrich fest. Im Geschäftsjahr 2014/15, das zum 30. September endete, hat das Unternehmen seinen Umsatz im europäischen und asiatischen Geschäft um über fünf Prozent gesteigert, womit die Erwartung übertroffen wurde. Hinzu kommt der Erlös eines im April 2015 übernommenen britischen Unternehmens, das Haftvermittler für Gummi- und Metallteile in der Automobilindustrie herstellt. 2016 dürfte aus Sicht der Geschäftsführung verhaltener ausfallen, vor allem infolge der Probleme in China und Russland. Dennoch ist Helfrich zuversichtlich. Kömmerling Chemie werde weiter wachsen, betont er nicht zuletzt auch deshalb, weil „Kö“- Produkte in zukunftsträchtigen Bereichen gefragt sind.

An der Wachstumsstrategie hielten auch die neuen Eigentümer der Muttergesellschaft Royal fest betont Helfrich: im Juni wechselte Royal zur US-amerikanischen Investorengesellschaft American Securities. 2016 werde sogar noch etwas mehr als 2015 investiert in Europa. Etwa fünf Millionen Euro werden an den Kömmerling- Standorten Pirmasens mit 304 Mitarbeitern, Langelsheim (35) und Preston/Großbritannien (40) in die Hand genommen für neue Technologien, Ersatzinvestitionen, Verbesserungen von Arbeitssicherheit – „für die weitere Optimierung von Produktionsanlagen und -verfahren“ formuliert es Helfrich; der Schwerpunkt liegt dabei in Pirmasens. Eine räumliche Erweiterung bleibt für den Geschäftsführer weiterhin Thema; neben der eigenen Lagerfläche am Staffelhof hat Kömmerling noch Lagerfläche bei Reno in Thaleischweiler-Fröschen angemietet. Konkrete Pläne gibt es jedoch derzeit nicht. Mit dem Nachbarn Profine, der sich nun schrittweise vergrößern will, sei man aber im Dialog, sagt Helfrich. Eine wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum bleibt für Helfrich die Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Deshalb begleite man Kunden auch immer wieder bei besonderen Projekten. Wie zum Beispiel gerade in Korea, wo „Kö“ eine Speziallösung entwickelt habe für eine außergewöhnliche Gebäudefassade: mit Fenstern, die zugleich als Werbefläche dienen - dank einer Einbettung von LED-Leuchten mittels Gießharz.

Ihr Ziel sei es, sagt Helfrich, mit ihren Kleb- und Dichtstoffen bei ihren Kunden Prozesse so zu verbessern, dass diese einen Mehrwert daraus ziehen könnten. Deswegen, betont er, sei es auch wichtig, dass im Unternehmen abteilungsübergreifend und mit Teamgeist an solchen hochkomplexen Themen gearbeitet werde. „Denn am Ende des Tages – und das ist für mich keine Floskel - hängt der Erfolg des Unternehmens auch von der Motivation und der Qualifikation der Mitarbeiter ab. “

Dazu tragen für Helfrich nicht nur die Aus- und Weiterbildung bei; sieben von insgesamt zuletzt zehn Azubis seien gerade übernommen worden, mindestens zwei neue duale Studenten sollten 2016 eingestellt werden. Auch die Gesundheitsvorsorge ist mehr in den Blickpunkt gerückt. Ende 2013 habe man angefangen, mit Betriebsrat und abteilungsübergreifend einen Gesundheitszirkel einzurichten, erläutert Helfrich, fördere jetzt zum Beispiel Studio-Kurse für Mitarbeiter.

Ansprechen müsse man aber auch junge Menschen, weiß er. Deswegen werde nun zum Beispiel der Internet-Auftritt aufgefrischt. Beim Thema soziale Netzwerke seien sie „noch nicht ganz durch“, meint er. Aber auch damit werde man sich beschäftigen müssen um „nachhaltig attraktiv zu bleiben“.(tre)

Quelle: Die Rheinpfalz, 30. Januar 2016

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304 Menschen arbeiten bei "Kö" in Pirmasens, hier eine Qualitätsfunktionsprüfung (Foto: Kömmerling Chemie)

 

DAS UNTERNEHMEN

Kömmerling Chemie

Die „Kö“, gegründet 1897 von Karl Kömmerling, gehört nach der Trennung von der Kunststoffsparte (heute Profine) mehreren US-Investmentgesellschaften und arbeitet heute unter dem Dach der Royal Gruppe .“Kö Chemie“ verantwortet das Geschäft außerhalb Nordamerikas und hat Produktionen in Pirmasens, Langelsheim, China und Großbritannien. Sitz ist Pirmasens mit 304 Mitarbeitern. Allein 27 Mitarbeiter sind  in der Forschung beschäftigt. Die Kleb- und Dichtstoffe - über 700 Rezepte gibt es - werden eingesetzt im Isolierglasbereich, im Transportwesen, im Bereich Bau/Industrie sowie zunehmend im Bereich Erneuerbare Energien (Solar). Trends wie energiesparende Leichtbauweise bei Lastwagen und Autos oder eine verbesserte Wärmedämmung bei Fenstern spielen dabei eine große Rolle. Verkauft werden „Kö“-Produkte in 70 Ländern, vor allem in Europa, aber auch in den USA, Japan, China und Russland.(tre)

Pirmasenser Hersteller von Dicht-und Klebstoffen steigert Umsatz – Weitere Investitionen

PIRMASENS. Die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH, Pirmasens, wächst weiter. Der Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen mit Beschäftigten in Pirmasens hat den Umsatz 2015 um über 5 Prozent gesteigert. Auch für 2016 rechnet das Unternehmen mit Zuwachs, investiert weiter am Standort Pirmasens.

Auf knapp 150 (Vorjahr 142,1) Millionen Euro steigerte Kömmerling Chemie den Umsatz im europäischen und asiatischen Geschäft 2014/15 (30. September), wie Geschäftsführer Bernd Helfrich informierte. Mit der im April erworbenen Chemical lnnovation Limited in Preston/Großbritannien, einem Hersteller von Haftvermittlern für den Automobilbereich, betrug der Umsatz 157,1 Millionen Euro. Die Branche für Kleb- und Dichtstoffe wuchs laut Helfrich um 3 bis 4 Prozent; für die deutsche chemisch pharmazeutische Chemie geht der Verband VCI für 2015 von einem stagnierenden Umsatz aus, vor allem infolge gesunkener Herstellerpreise.

Wachstumstreiber sei zum einen eine erhöhte Nachfrage nach energieeffizienter Verglasung gewesen, so Helfrich: in Großbritannien hätten sie einen Zuwachs von 20 Prozent verzeichnet, zurückzuführen auf die Auflösung eines Renovierungsstaus. Auch in den USA habe man bei Glas zugelegt. Mehr als verdoppelt habe sich der Bereich Erneuerbare Energien; hier seien sie gewachsen mit einem chinesischen Solarmodule-Hersteller, der für den heimischen Markt produziere. Dieser Bereich hatte bisher einen Umsatzanteil von 3 Prozent; 53 Prozent des Umsatzes werden bei Isolierglas erwirtschaftet, 31 Prozent im Transportwesen, 13 Prozent bei Industrie und Bau.

Während der Export mit einer Quote von 68 Prozent gut lief, sei man in Deutschland nicht gewachsen, so Helfrich. Hier herrschte ein „immenser Wettbewerbsdruck“ durch Osteuropa. Dieser Preisdruck mache den Vorteil günstiger Rohstoffkosten zunichte. Dies spiegelte sich auch im Ergebnis wider, das mit 11,7 (Vorjahr 11,4) Millionen Euro nur leicht stieg.

2016 plant Helfrich mit etwa 6 Prozent Zuwachs, trotz eines Rückgangs in Russland und auch in China, wo neben der bestehenden Klebstoffproduktion für Isolierglas eine für Nutzfahrzeuge entstehen soll. In China beschäftigt Kömmerling 27 Menschen, in Großbritannien 40, in Pirmasens und Langelsheim 304 und 35.

Keine strukturellen Veränderungen hatte laut Helfrich der Verkauf der Mutter Royal an die US-Investoren American Securities 2015 zur Folge. Wachstum bleibe das Ziel. 5 (rund 4) Millionen Euro sollen dafür 2016 bei Kömmerling investiert werden, vor allem in Pirmasens.

Quelle: Rheinpfalz, 30.Januar 2016

Hersteller von Dicht- und Klebstoffen investiert Millionen Euro in Pirmasens

"2015 war ein erfolgreiches Jahr für Kömmerling und wir wollen weiter wachsen". Dies sagte Geschäftsführer Bernd Helfrich, als er gestern die Eckdaten der Kömmerling Chemischen Fabrik GmbH vorlegte. Beim Umsatz gelang mit einem Zuwachs von 5,5 Prozent auf 149,9 Millionen Euro fast eine Punktlandung. Für die Standorte Pirmasens und Langelsheim bei Goslar steht unterm Strich ein leicht gestiegenes Jahresergebnis von 11,7 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr (bilanziert wird von Oktober bis Ende September) ist ein Wachstum von sechs Prozent angepeilt. Doch Helfrich weiß, dass es angesichts der derzeitigen Turbulenzen in China und der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland nicht so einfach wird, diese Vorgaben zu erreichen. "Das wird Spuren hinterlassen". Die dort erwarteten Rückgänge müssten auf anderen Märkten wettgemacht werden. In China ist ein großer Hersteller von Solarmodulen Kö-Kunde. Der baut vor Ort Solarfarmen und sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Helfrich rechnet hier mit deutlich geringeren Umsätzen. China, wo Kö-Chemie mit 27 Mitarbeitern selbst produziert, bleibe aber ein interessanter Markt. Hier will Helfrich stärker ins Geschäft mit Isolierglas-Dichtstoffen einsteigen. Angedacht ist auch, Kleber für die Nutzfahrzeugindustrie zu liefern.

Große Hoffnungen setzt der 52-Jährige in den nächsten Jahren in die Chemical Innovation in Preston, die zum 1. April 2015 übernommen wurde und somit im laufenden Finanzjahr erstmals voll durchschlägt. Das Unternehmen in der Nähe von Manchester stellt Haftvermittler für die Nutzfahrzeugsparte her. Wie Bernd Helfrich erklärte, werden mit Hilfe dieser Stoffe unter Druck und Hitze zum Beispiel Gummi- und Metallteile miteinander verbunden. In Preston arbeiten 40 Mitarbeiter. Einschließlich des Geschäftsbereichs, der sich jetzt Cilbond nennt, erwirtschaftete Kö-Chemie im vergangenen Finanzjahr bereits 157,1 Millionen Euro.

In England lief es für das Unternehmen, das mit 304 Beschäftigten seinen mit Abstand größten Standort in Pirmasens hat, im abgelaufenen Wirtschaftsjahr mit einem Wachstum von 20 Prozent sehr gut. Auf der Insel gebe es noch viele einfach verglaste Fenster. Von diesem Investitionsstau habe Kö-Chemie mit seinen Isolierglas-Dichtstoffen profitiert. Doch die Geschäfte liefen jetzt schwächer, verweist Helfrich auf die aktuellen Trends.

Auch in den USA, wo die Konjunktur wieder anzieht, spürt Kömmerling-Chemie eine stärkere Nachfrage nach Fensterdichtstoffen. Positiv für den Absatz sei auch der schwache Dollar. Das Unternehmen erwirtschaftet 68 Prozent des Umsatzes außerhalb von Deutschland. Davon 40 Prozent allein im EU-Raum. Insgesamt werden rund 700 Kö-Kleber und –Dichtstoffe in 70 Länder verkauft.

Ein Mitarbeiter beim Abfüllen von Dichtstoff. (Fotos: Kömmerling)

Ein Mitarbeiter beim Abfüllen von Dichtstoff. (Fotos: Kömmerling)

 

HINTERGRUND

Starke Verbindungen

Weltweit beschäftigt die Kömmerling Chemische Fabrik 440 Menschen, 304 davon in Pirmasens. Der Umsatz lag im Finanzjahr 2015 bei 157 Millionen Euro. Die Sparte Glasdichtstoffe erwirtschaftete 53 Prozent. 31 Prozent zum Umsatz trugen Kunden aus dem Transportbereich bei. Industrie und Bau machten 13 Prozent und die erneuerbaren Energien drei Prozent aus. Unter der Überschrift "Starke Verbindungen" hat das 1897 gegründete Unternehmen einen neuen Image-Prospekt herausgegeben. Jetzt soll auch der Internet-Auftritt modernisiert werden. (pio)

Wegen des hohen Wettbewerbsdrucks derzeit kein Wachstum im Inland

Im Inland gebe es derzeit kein Wachstum. Grund: der hohe Wettbewerbsdruck aus Osteuropa. Zwar seien Rohstoffe billiger geworden, diese Einsparungen müssten aber an die Kunden weitergegeben werden. Helfrich freut sich, dass die American Securities (New York) als neuer Eigentümer den Wachstumskurs voll mitträgt und die Mittel für Investitionen um 25 Prozent auf fünf Millionen Euro in Europa aufgestockt hat. Schwerpunkt sei der Maschinenpark in der Zweibrücker Straße.

Beim eingeschlagenen Wachstum setzt Helfrich auf jeden Mitarbeiter. Denn Teamgeist sei wichtig, um die Herausforderungen zu meistern. Deshalb ist auch Gesundheit, Prävention und Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein wichtiges Thema. "Die Leute sollen sich bei uns wohl fühlen". Da das Unternehmen kontinuierlich wächst, steigt auch der Flächenbedarf. Deshalb sei er mit Profine im Gespräch, berichtete Helfrich. Er freue sich, dass die Profine GmbH in Pirmasens erweitern wolle. Ein zweites Werk auf dem leergeräumten H. B. Fuller-Gelände auf der anderen Straßenseite hält er für keine so gute Idee. (pio)

Quelle: Pirmasenser Zeitung, 30. Januar 2016

Mit Spaß bei der Arbeit: die Produktion von reaktivem Klebstoff. (Fotos: Kömmerling)

Mit Spaß bei der Arbeit: die Produktion von reaktivem Klebstoff. (Fotos: Kömmerling)