Ein Display als Bauelement für Glasfassaden

Hochhaustürme, die direkt in ihrer Fassade ganze Filme abspielen können? Der Kleb- und Dichtstoffhersteller Kömmerling zeigt auf der glasstec 2016 ein originales Teilstück aus einer medialen Glasfassade, das nicht nur bunte Bilder erzeugt, sondern sich auch interaktiv nutzen lässt. Für dieses Fassadenelement hat Kömmerling in Zusammenarbeit mit seinem südkoreanischen Partner G-SMATT Global Co ein Gießharz zum Einbetten von LEDs in Verbundglas entwickelt. Das G-Smatt Glass weist praktisch die Transparenz von Standard-Isoliergläsern auf und lässt sich als konstruktives Bauelement in Glasfassaden einsetzen. So macht es die bisherigen Kompromisse medial genutzter Fassaden zwischen Konstruktion, Transparenz und Effizienz überflüssig.

Gebäudefassaden werden seit ewigen Zeiten als Werbeflächen genutzt. Durch die Jahrzehnte sind die Techniken immer raffinierter geworden – vom einfachen Papierplakat über bunte Neonreklame aus gebogenen Glasröhren und Laufschriften bis hin zu übergroßen Monitoren und LED-Konstruktionen. Als aufgesetzte oder vorgehängte Elemente, die nur Teile der Fassade bedecken, waren sie bisher mehr oder weniger losgelöst vom „Werbeträger“. Zudem mit dem unerwünschten Nebeneffekt, das Tageslicht im Gebäudeinneren manchmal einzuschränken oder sogar komplett abzuschirmen.

Dagegen sind Displays, die als konstruktives Bauelement einer Fassade in die Gebäudestruktur integriert werden, mit der Architektur untrennbar verbunden. Mediale Plattform und Gebäudeform stehen in direktem Bezug zueinander, sie werden zur Medienarchitektur. Je nach dargestelltem Inhalt transportiert die Medienfassade über den reinen Werbezweck hinaus künstlerische oder architektonische Aspekte und tritt in Wechselwirkung mit ihrer Umgebung.

Konstruiert als Bauelement

Das von Kömmerling und G-SMATT entwickelte G-Smatt Glass ist Display und Bauelement zugleich: Das zwischen zwei Glasscheiben eingebettete LED-Raster kann mit beliebigem Inhalt angesteuert werden. Das Element selbst lässt sich wie ein Standard-Isolierglas verbauen und ist dadurch im Einsatz hoch flexibel. Bei Bedarf können die beiden Lichtebenen von medialer Darstellung und Innenraumbeleuchtung durch innenliegende Jalousien voneinander getrennt werden. „G-Smatt Glass ist ein hochentwickeltes Produkt, das drei Funktionen in einem Element verbindet: transparentes Glas, Media und Werbung und konstruktives Bauelement. Das kann keine andere LED-Fassade“, erklärt Chris Davis, Produktmanager bei Kömmerling UK.

Die Verwendung von Glas, die minimale Größe der integrierten LEDs und das klare Gießharz erlauben den Medien-Bauelementen eine außerordentliche Transparenz. Das Tageslicht strömt ungestört in das Gebäudeinnere, gleichzeitig wird die Durchsicht nach außen bei abgeschalteten LEDs nicht beeinträchtigt. Davis sagt: „G-Smatt Glass sieht aus wie normales Glas, bis es zum Entertainment wird. Dann verwandelt es sich in eine aktive Fassade. Die volle Media-Funktionalität in konstruktiven Glaselementen wird das Gesicht der Architektur und der Werbung verändern.“

Der medialen Darstellung sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Farben, Bewegungssequenzen, Werbung, ganze Filme, interaktive Kommunikation mit Sensoren z.B. für Bewegung, personalisierte Inhalte, die Kopplung mit dem Internet – alles ist möglich.

Fertigung mit Robotergesteuerten Lasern

Die Entwicklungsarbeit für das G-Smatt Glass begann im April 2013 und fand sowohl in G-SMATT’s Entwicklungszentrum in Südkorea, als auch in der Kömmerling eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Pirmasens statt. Für die Herstellung wird die hintere Scheibe zunächst mit einer metallenen und gleichzeitig transparenten Oberfläche versehen, um die notwendige elektrische Leitfähigkeit zu erzeugen. Robotergesteuerte Laser entschichten die Oberfläche anschließend nach Plan und legen so ein Raster aus feinen Leiterbahnen an. Auf dieses Raster werden die LEDs mit Hilfe eines elektrisch leitfähigen Klebstoffs im vorgesehenen Rasterabstand gesetzt und fixiert. Generell betragen die Rasterabstände 60mm, aber auch weitere Abstände sind möglich, um eine andere Auflösung zu erzielen. Je nach verwendeten LEDs ist das erzeugte Bild später entweder schwarz/weiß oder beliebig bunt.

Nachdem die zweite Glasscheibe im Abstand von 1,5 bis 2,5 mm auf die LED-Scheibe aufgesetzt ist, wird der Zwischenraum mit dem Gießharz Ködilan GS-LED aufgefüllt und danach unter UV-A-Licht gehärtet. Das einkomponentige Gießharz ist absolut transparent, maschinell applizierbar und besonders flüssig. So wird sichergestellt, dass das Harz alle Zwischenräume erreicht und sämtliche LEDs vollständig umschließt. Durch die Firmenpartnerschaft zur Entwicklung des LED-Verbundglases ist die Kompatibilität zu den weiteren in der Herstellung verwendeten Baumaterialien wie beispielsweise der Metallbeschichtung und des Klebstoffs gewährleistet.

Die Anschlüsse für Stromzufuhr und LED-Steuerung können an der Seite durch den Randverbund gelegt werden. Das fertige Verbundglas lässt sich mit einer oder zwei weiteren Glasscheiben, Gasbefüllung und Randverbund zu einem effizienten Mehrfach-Isolierglas bis zu den Maßen 1,5 x 3m ausbauen. Durch ihre langlebige Konstruktion und ihre hohe UV-Stabilität können die LED-Verbundgläser in einer Vielzahl architektonischer Anwendungen integriert werden. Anwendung finden die Gießharz-Verbundgläser beispielsweise in Fenstern und Fassaden, aber auch an Balustraden, Aufzugtürmen, Rolltreppen oder Böden – wo immer Flachglas verbaut wird.

Verbesserte Energie- und Kosteneffizienz

LED-Leuchtmittel sind aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades in punkto Energieverbrauch heute das Maß der Dinge. Bei Medienfassaden lässt sich der Stromverbrauch vor allem durch die Größe der aktiven Fläche und die Anzahl der Pixel beeinflussen. Aber entscheidend ist auch, ob der mediale Inhalt bei hellem Tageslicht oder sogar direkter Sonneneinstrahlung genügend sichtbar sein soll, denn hierfür wird ein Vielfaches der Helligkeit und der Energie benötigt. Gleichzeitig beeinflussen Produktions-, Reinigungs- und Erhaltungskosten die Effizienz einer Medienfassade. Seine spezielle Konstruktion verschafft G-Smatt Glass im Vergleich mit anderen Lösungen deutliche Vorteile: Die Herstellung von Verbundglas mit Gießharz ist ein bewährtes Verfahren, das in der industriellen Fertigung eingesetzt wird. Bei der Montage der Medienelemente wird ein Arbeitsgang gespart, da die Gläser sofort im Gebäude integriert sind. Die geschützte Lage der elektronischen Bauteile sorgt für eine hohe Lebensdauer auch unter extremen Klimabedingungen oder hoher Luftverschmutzung. Zudem lassen sich die Elemente so einfach wie normale Verglasungen reinigen, ohne zusätzlichen Aufwand. Zusätzlich zu seinem niedrigen Energieverbrauch der LED-Technologie weist das Verbundglas auch hervorragende sicherheitsrelevante Eigenschaften auf und kann optimiert werden, um die Schalldämmung zu verbessern.

In Asien wird das Glas bereits vielfach eingesetzt, beispielsweise in der Myungbo Art Hall in Seoul. Aber auch der europäische Markt soll jetzt mit der transparenten Medienfassade erobert werden.

Fassade der Myungbo Art Hall in Seoul
Fassade der Myungbo Art Hall in Seoul

Gießharz-Innovationen

Neben dem G-Smatt Glass zeigt Kömmerling zahlreiche weitere Einsatzfelder für Gießharze. Dazu zählen Funktionsgläser wie schusssicheres Glas oder besonders schalldämmende und UV-schützende Gläser. Ebenso finden die Gießharze in bautechnischen Konstruktionen wie Balustraden oder Glasböden und im Schiffsbau Anwendung. Zusätzlich lassen sich Gießharz-Elemente für außergewöhnliches Glasdesign mit Dekoren oder Oberflächentexturen verwenden. Da die Gießharzprodukte von Kömmerling ohne hohe Temperaturen oder zusätzlichen Druck passiv aushärten, können Verbundgläser auch mit integrierten Materialien wie Kunststoff oder Stein besonders schonend hergestellt werden.

Die neueste Kömmerling Gießharzentwicklung zusammen mit Schollglas ist Ködistruct LG. Mit diesem aliphatischen Polyurethan werden Verbundgläser (GEWE-Composite®) mit herausragenden optischen und mechanischen Eigenschaften produziert. Damit sind merkliche Gewichtseinsparungen ohne Leistungseinbußen möglich und bedingt durch die exzellente Schubfestigkeit, können kaltgebogene Gläser durch Laminierung hergestellt werden. Des Weiteren wird für Ködistruct LG ein Materialgesetz auf dem glasstec-Kongress engineered transparency präsentiert, das es erlaubt, die Deformation von Verbundglaselementen in Abhängigkeit von der vorliegenden Last, der Temperatur und der Zeit zu bestimmen.

Kömmerling zeigt seine vielfältigen Kompetenzen für die Herstellung und Optimierung verschiedenster Funktionsgläser vom 20. – 23. September 2016 auf der Düsseldorfer glasstec in Halle 17 Stand C20.

G-Smatt Glass im Gyeonggi Center for Creative Economy & Innovation (GCCEI), Südkorea.
G-Smatt Glass im Gyeonggi Center for Creative Economy & Innovation (GCCEI), Südkorea.
Die Platoon Kunsthalle in Seoul besteht aus mobilen Containern, in die teilweise LED-Glaselemente integriert wurden.
Die Platoon Kunsthalle in Seoul besteht aus mobilen Containern, in die teilweise LED-Glaselemente integriert wurden.
Mit dem LED-Glas lässt sich auch interaktive Kommunikation realisieren.
Mit dem LED-Glas lässt sich auch interaktive Kommunikation realisieren.

Weitere Informationen und Belegexemplar an:

Kömmerling Chemische Fabrik GmbH
Dr. Knut Göke
Zweibrücker Str. 200
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Ist Klebtechnik zu komplex für die Praxis? Jein, sagen unsere drei Experten und legen den Fokus auf den Mehrwert, der in dieser Technologie vor allem für Fassaden- und Fensterbauer liegt. Zum Thema sprach die Redaktion mit den drei Experten Dr. Wolfgang Wittwer (W), Antonius Beier (B) und Michael Merkle (M).

Kömmerling Mitarbeiter im Gespräch
mit der Redaktion (v.l.n.r.): Antonius Beier
(Vertrieb), 
Michael Merkle (Anwendungstechnik) und Dr. Wolfgang Wittwer (Laborleiter).
Kömmerling Mitarbeiter im Gespräch mit der Redaktion (v.l.n.r.): Antonius Beier (Vertrieb), Michael Merkle (Anwendungstechnik) und Dr. Wolfgang Wittwer (Laborleiter).

Warum ist der Anteil der verklebten Fenster in Deutschland noch immer überschaubar?

W: Die Klebetechnologie ist relativ komplex. Viele konventionell produzierenden Fensterbauer haben daher Hemmungen, einzusteigen. Gleichzeitig muss der Mehrwert der Technologie bei den Endkunden mit einem gewissen Aufwand vermittelt werden. Meiner Einschätzung nach gibt es einige Treiber, bei denen die Mehrwerte sichtbar werden: Das eine ist die Fertigungsoptimierung bei den Fensterbauern selbst, die durch diesen Re-Engineering-Prozess eine bessere Ablaufstruktur in ihre Prozesse einbringen. Und das zweite ist, in Kundenhinsicht, sicher die einbruchhemmende Verglasung. Die zugfeste Anbindung der Scheibe erreicht eine Performance, die mit konventionellen Methoden so nicht zu machen ist.

B: Im Bereich RC2/RC3- Konstruktionen ist Verklebung mehr oder weniger Standard. Ich sehe es wie Dr. Wittwer, das Problem liegt in der Marktstruktur in Deutschland. Die Fensterbauer tun sich schwer, diese Technologie bei ihren Kunden erfolgreich zu vermarkten. Und das bremst den Prozess. Der Anteil der geklebten Fenster in Deutschland liegt etwa bei acht bis zehn Prozent. In Österreich und der Schweiz gehen die Uhren dagegen etwas anders: Wir gehen in Österreich von einem Anteil geklebter Fenster zwischen 50 und 60 Prozent und in der Schweiz von 30 bis 40 Prozent aus. In beiden Ländern gibt es Hersteller, die selbst auch Systemgeber sind. Das heißt, sie können die Vorteile der Klebetechnik argumentativ nutzen und sie können ihre Konstruktionen auf die Klebetechnik ausrichten.

W: Man kann das auch wirtschaftlich beleuchten: Für die Systemgeber ist es zunächst einmal eine Investition, die durch Vermarktungsargumen­te - zum Beispiel die Vermeidung von Stahl, um den U-Wert nach unten zu drücken - gerechtfertigt werden muss.

M: Mittlerweile erkennen viele aber den Trend. Inzwischen gibt es Klebe­flügel von allen namhaften Systemgebern in Deutschland. Die meisten haben sich mit dem Thema also beschäftigt.

W: Bleibt die Frage, wie ich mich hinterher am Markt positioniere. Die Profilsystemgeber haben ihre Kunden, und auch die Kunden müssen den Weg mitgehen und können nicht einfach überrannt werden.

Prinzipdarstellung einer Verklebung im Falzgrund eines Fensters.
Prinzipdarstellung einer Verklebung im Falzgrund eines Fensters.
Klebetechnik im Produktionsprozess: Von der einfachen Handapplikation über eine Misch-­ und Dosieranlage bis zum Vollautomaten ist jede Form der Integration möglich.
Klebetechnik im Produktionsprozess: Von der einfachen Handapplikation über eine Misch-­ und Dosieranlage bis zum Vollautomaten ist jede Form der Integration möglich.
Die Prüfvorschriften für RC2 und RC3 sind rein mechanisch und designneutral. Das Thema Verträglichkeit bei geklebten Fenstern wird mit der Prüfung nicht abgebildet.
Die Prüfvorschriften für RC2 und RC3 sind rein mechanisch und designneutral. Das Thema Verträglichkeit bei geklebten Fenstern wird mit der Prüfung nicht abgebildet.

Es reicht nicht, dass alle Systemgeber Klebeflügel anbieten, um die Fenster­bauer mitzuziehen?

W: Nein, dafür ist der Schritt einfach zu groß. Es gibt einfache Lösungen, bei denen zusätzlich geklebt wird. Um aber den vollen Nutzen zu erzeugen, wird der ganze Prozess vom Produkt her definiert. Dass der Prozess um die Aushärtung herum aufgebaut werden muss, war beim Fenster­bauer in der Vergangenheit nicht gerade üblich. Das ist ein Schritt von der Manufaktur hin zu industrieller Fertigung.

Zusätzlich gibt es gewisse Ängste, die durch Probleme in der Anfangsphase der Klebetechnik geschürt worden sind. Diese Probleme entstanden durch eine nicht fachgerechte Umsetzung. Es ist nicht damit getan, einen Klebstoff zu finden, der an Glas oder Sekundärdichtstoff und am Rahmenmaterial Haftung hat. Hier gibt es mehr zu beachten - gerade in Bezug auf Verträglichkeit, aber natürlich auch zu Mechanik und Dauer­belastung von Verklebungen. Wenn man sich an die Richtlinien, die es zumindest zwischenzeitlich auch öffentlich gibt, gehalten hätte, dann wären diese Probleme allerdings gar nicht aufgetaucht.

B: Ein wichtiger Punkt ist die Angst der meisten Fensterbauer vor einem Scheibentausch vor Ort. Das ist verständlich - eine geklebte Scheibe ist anders zu entfernen als eine verklotzte. Aber erstens gibt es bei verklebten Fenstern viel weniger Scheibentausch und Scheibenbrüche, und zweitens kann jede verklebte Scheibe mit geringfügig höherem Aufwand getauscht werden. Die großen Fensterbauer sparen mit verklebten Fenstern bei den Servicekosten inklusive Scheibentausch zwischen 80 und 82 Prozent ein. Ein Argument, das für die Klebetechnik spricht.

Sind Schrägdachverglasungen durch Verklebungen auch bei einer Neigung von 2 Grad sicher?

Solange eine Klebung trocken bleibt, ist die Neigung kein Problem. Ähnliche Anforderungen führen wir seit langem im Fahrzeugbereich durch. Wichtig ist es daher, die Konstruktion einer Schrägdachverglasung dementsprechend auszulegen. Zum Beispiel, indem die Glasplatte von oben aufgesetzt wird und eine gute Drainage vorhanden ist. So lassen sich Dauerfeuchte und Verschmutzung an der Klebung vermeiden. Ebenso notwendig ist es, die Materialien aufeinander abzustimmen, damit sie mit der Klebung verträglich sind.

Was können Sie als Klebstoffhersteller tun, um die Fensterbauer zu über­zeugen?

M: Eine wichtige Frage! Wir unterstützen gemeinsam mit den Profilsystemgebern die Fensterbauer vor Ort. Kömmerling bietet an, direkt in der Produktion Fensterelemente aus dem jeweiligen Betrieb mit dem Fens­terbauer zusammen zu verkleben und das Ergebnis und die Stabilität mit herkömmlichen Fenstern zu vergleichen. Die praktische Überzeugung direkt vor Ort und nicht nur ein paar Vorteile auf dem Papier - das ist wichtig. Kömmerling stellt außerdem eigene Misch- und Dosieranlagen zur Einarbeitung beim Kunden vor Ort zur Verfügung. Oder wir zeigen die Verklebung in unserem neuen Technikum in Pirmasens.

Sie sagen also, die Praxiserfahrung ist der beste Weg?

W: Auf jeden Fall. Zwei Dinge sind wichtig: Sicherheit, dass die Klebetechnik etwas taugt - deswegen haben wir die RAL­ Güterichtlinien - und den Qualitätsunterschied erfahrbar und fühlbar zu machen.

M: Ein Fensterbauer muss außerdem nicht seine komplette Produktion umstellen, um zu kleben. Er kann sowohl Kle beflügel als auch konventionelle Flügelverarbeiten und das Kleben kann in den Produktionsprozess eingepasst werden. Von der einfachen Handapplikation über die Misch- und Dosieranlage bis hin zum Vollautomaten.

W: Im Prinzip gibt es diese Ad-On-Lösungen von ganz einfacher manueller Applikation bis zu kleinen Anlagen und dann schrittweise bis zur Automatisierung der kompletten Ferti­gungslinie. Es gibt also jede Menge Stufen dazwischen, bei denen Kömmerling auch mit Rat und Tat zur Seite steht. Wenn ich den Automatisierungsvorteil nutzen will, dann ist das ganz klar ein Re-Engineering, aber wenn ich meine Fertigungslinie behalten will, kann ich trotzdem kleben. Für den RC- Bereich gibt es eine ganze Reihe Firmen, die das so machen.

Kömmerling arbeitet mit pastösen Klebstoffen. Welche Unterschiede sehen Sie zum Klebeband?

W: Generell sind die mechanische Performance und die temperaturmäßige Bandbreite von Nasssystemen, egal welcher Couleur, breiter als die von Bändern.

M: Man muss bei dem Thema differenzieren und die Zusammenarbeit mit den Klebebandherstellern erwähnen. Das Klebeband wird teilweise als schnelle Fixierungshilfe gemeinsam mit dem Klebstoff verwendet. Wir arbeiten auch in verschiedenen Gremien zusammen, um die Verklebung voran zubringen.

W: Der Multimaterialmix kann viele Möglichkeiten eröffnen. Es gibt kein Entweder-Oder, sondern da lassen sich ganz clevere Kombinationen anbieten. Das gilt auch für andere Materialien im Fenster: Man kann zum Beispiel den Einsatz von Stahl und Verklebung mixen. Man hat optional die Möglichkeit, für sehr große geklebte Formate auch Stahl zu verwenden und bei kleineren Formaten den Stahl wegzulassen.

M: Das gilt entsprechend für dunkelfarbige oder anthrazitgraue Elemente, die sich viel schneller erwärmen.

Ist RC2/RC3 ebenfalls ein interessanter Ansatzpunkt?

M: Erfahrungsgemäß erkennen viele unserer Kunden, die wegen RC2/RC3 mit dem Kleben angefangen haben, die Vorteile, und stellen die Produktion komplett auf Kleben um. Bei geklebten Fenstern müssen für die Anforderungen an RC2/RC 3 nur noch die entsprechenden Beschläge und die Glasscheibe gewechselt werden. Kömmerling stellt gemeinsam mit den Beschlagherstellern Prüfelemente her, die beim Prüfinstitut getestet werden.

W: Leider treffen die Prüfungen nach europäischer RC2/ RC3-Norm keine Aussage über die Dauerhaftigkeit der Konstruktionen. RC2/RC3 sind rein mechanische Prüfvorschriften und, so sollen europäische Normen auch sein, designneutral. Das ist eine Quelle von Problemen, weil das ganze Thema Verträglichkeit hier nicht abgebildet wird. Es kann also sein, dass nach RC2/RC3 positiv geprüfte Fenster aufgrund schlechter Verträglichkeit der Werkstoffe im Feld versagen. Dann heißt es wieder „Das Kleben funktioniert nicht".

Wie unterstützt die RAL-Gütegemeinschaft das Thema Verklebung?

W: Unser erstes Ziel liegt natürlich beim Verbraucherschutz, indem wir dafür sorgen, dass er ein entsprechend langlebiges, abgesichertes Bauprodukt kaufen kann. Natür­ lich bietet dieser Schutz auch Sicherheit für die Fensterbauer. Deshalb haben wir mit der GZ 716 ein paar Verkehrsregeln aufgesetzt. Diese Richtlinie war das erste Regelwerk, bei dem man die Fragen nach der mechanischen Tauglichkeit der Klebstoffe und nach der Verträglichkeit aller Komponenten, die mit dem Klebstoff in Kontakt kommen, komplett berücksichtigt hat. Dies gilt sowohl für Klebebänder als auch für Klebstoffe. Das war schon ein Meilenstein.

Jetzt müssen wir schauen, dass wir das, was wir auf freiwilliger Basis in dem Zusammenschluss der Profilsystemgeber geschaffen haben, in den internationalen normativen Rahmen einbetten. Außerdem informieren wir den Markt über Veranstaltungen und natürlich über die Fachpresse.

Der wichtigste Pfad geht aber über die Mitgliedsfirmen der Gütegemeinschaft direkt an den Kunden.

Wann gibt es eine eigene europäische Norm?

W: Das kann ich im Augenblick noch gar nicht sicher sagen. Der Wille ist definitiv da, wir haben auch konkrete Schritte gemacht. Im ersten Quartal werden wir einen ersten Entwurf für ein Mandat ausformulieren, den wir dann auch noch zur Diskussion stellen müssen, bevor wir in den europäischen Ring steigen. Erfahrungsgemäß dauern die europäischen Prozesse allerdings ihre Zeit.

 

Quelle: Fassadentechnik 04/2017

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Henze Glas setzt auf die Warme Kante

Mit ISO-Einheiten im Maxi-Format hat sich Henze Glas aus Hörden am Harz in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Wortwörtlich gigantisch war die Präsentation einer 3fach-Scheibe mit den Maßen 3,30 x 18m, zuletzt auf der BAU 2015. Dabei fertigt der Hersteller schon über 40 Jahre Isoliergläser. In seiner vollautomatischen Warme-Kante-Linie verlässt sich Henze auf Dichtstoffe von Kömmerling. Ein Grund, weshalb er kürzlich zum blackline-Partner geworden ist.

Seit der Gründung 1965 hat Dietmar Henze als Geschäftsführer von Henze Glas das Unternehmen in 50 Jahren vom Glas-Großhandel zum Spezialisten für ISO-Übergrößen gemacht. Weitere Schwerpunkte der Produktion liegen heute auf Spezial-Isoliergläsern, Sonderaufbauten und VSG-Kombinationen. Ein VSG-Zuschnitt von HEGLA ermöglicht Zuschnitte bis 9m Länge, auch Glasdicken bis 24mm sind möglich. Ebenso gehören Glasbearbeitungen mit einer CNC-Anlage zu den Leistungen des Betriebs, eine eigene Glaserei mit Glasermeister und Glasbautechniker bedient auch den Privatkunden. Gefertigt wird ausschließlich am Standort Hörden. Henze arbeitet mit einer konventionellen und einer automatischen TPS-Linie sowie von Hand. Die TPS-Linie ist sowohl für 2fach- und 3fach-ISO als auch herkömmliche Abstandhalter nutzbar. Das bietet Vorteile, setzt aber auch eine gute Produktionsplanung und flexibel einsetzbare Mitarbeiter voraus.

Der Fertigung vorgelagert ist ein vollautomatischer Glaszuschnitt auf vier Zuschnittslinien. Das Glas wird per Innenlader von verschiedensten Hütten zugeliefert, doch vom Zuschnitt über die Fertigung und Verpackung bis zum Verladen und Ausliefern machen die 65 Mitarbeiter nahezu alles selbst. Das schließt den zweiten Geschäftsführer Matthias Zander mit ein: „Auch ich liefere an unsere Kunden aus, denn wir haben keinen Außendienst im Vertrieb. Im persönlichen Gespräch können wir Wünsche und Entwicklungen am Markt direkt erfahren.“

Henze Glas bedient mit seinen Standardformaten Fensterhersteller und Metallbaubetriebe in einem Umkreis von bis zu 100km. Die Gläser werden vorwiegend in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie in Objekten bis ca. 2000m2 Glasfläche eingesetzt. Ganz anders dagegen die XXL-Scheiben: Sie gehen hauptsächlich in den Export und sind europaweit gefragt.

Vollautomatische Warme-Kante-Produktion

Mit der Investition in die vollautomatische Linie stellte das Unternehmen 2014 die Weichen zusätzlich in Richtung Warme Kante. Auf 80m Länge werden blackline-Isoliergläser gefertigt, deren thermoplastischer Abstandhalter ausschließlich aus dem Kömmerling-Dichtstoff Ködispace besteht. Der schwarze Synthesekautschuk (Polyisobutylen) wird mittels eines Bystronic-Roboters aus dem Fass in einem einzigen Zug direkt auf die Scheibe appliziert. Er ersetzt gleichzeitig Abstandhalterprofil, Trockenmittel und Primärdichtstoff.

Für die Warme Kante mit blackline liefert Kömmerling nicht nur den Dichtstoff, sondern auch das Polysulfid der Sekundärversiegelung. Unverträglichkeiten sind somit ausgeschlossen. Die Materialien halten den Randverbund der ISO-Einheiten elastisch und gleichen durch Temperaturschwankungen entstehende Pumpbewegungen der Gläser aus. Das sorgt für eine hohe Langlebigkeit. Zugleich weisen die Isoliergläser nur minimale Dickentoleranzen auf. Auch optisch besitzt blackline Vorteile: Im fertigen Fenster wird das schwarze Material nahezu unsichtbar, da sich der Fensterrahmen im Scheibenzwischenraum spiegelt. Bei 3fach-Isoliergläsern liegen die maschinell platzierten Abstandhalter zudem absolut deckungsgleich.

Mit Warme-Kante-System dem Markt voraus

Als langjähriger Henze-Partner unterstützte die Kömmerling Chemische Fabrik aus Pirmasens beim Anfahren der Produktion – und unterstützt beim Vertrieb der Isoliergläser: Mit Hilfe des blackline-Netzwerks, dem Henze Glas jetzt beigetreten ist, sollen die Vorteile des Systems durch einen Markennamen zunächst bei Fensterbauern und Architekten etabliert werden. Henzes Mitgliedschaft in der Uniglas-Gruppe bleibt davon unberührt, die Unternehmen der Gruppe handeln nach wie vor autark.

Mit blackline möchte Henze Glas die Warme Kante mehr in den Vordergrund stellen. „Dieses Warme-Kante-System steht für eine hohe Qualität und einen gesicherten Verarbeitungsprozess“, sagt Matthias Zander. „Wir sind der Überzeugung, damit dem Markt ein Stück voraus zu sein, sowohl in Bezug auf die Produktivität als auch auf die technischen Werte der Fenster.“ Nach seiner Erfahrung verschwinden Isoliergläser mit Edelstahl- und Alu-Abstandhaltern ebenso wie farbige Abstandhalter mehr und mehr vom Markt: „70 bis 80 Prozent der Einheiten mit Warmer Kante sind heute schwarz.“ Dietmar Henze ergänzt: „Der thermoplastische Abstandhalter hat Zukunft, denn die Probleme mit der Verträglichkeit im System sind inzwischen gelöst.“

Automatisierte Fertigungslinien wie die TPS-Linie sind laut Zander ein wichtiger Bestandteil, um im Wettbewerb der Glasbranche Schritt zu halten. „Kleine Hersteller können im Markt kaum noch bestehen“, sagt der Geschäftsführer. Seine Strategie für die Zukunft: ein guter Produktmix, die Vergrößerung seines Liefergebiets – und Durchhaltevermögen.

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Fotos: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH

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GF Matthias Zander (l.) und Dr. Knut Göke von Kömmerling vor der 18 m langen ISO-Einheit am Standort Hörden.

Drei Fragen an Matthias Zander

GF Matthias Zander

GF Matthias Zander

Welche Einschränkungen sehen Sie bei übergroßen Isoliergläsern bezüglich der Multifunktionalität?

Bei Beschichtungen wie im VSG sehen wir keinerlei Einschränkungen. Die Warme-Kante-Gläser können wir auf unserer Linie bis zu einem Maß von 3,21 x 9m herstellen. Diese Übergrößen haben keinen negativen Einfluss auf die Stabilität der Scheiben.

Wie lösen Sie Transport und die Montage?

Wir liefern alles selbst. Unsere Flotte besteht aus sechs speziell angefertigten LKW. Die jeweils aufgesetzten Kräne fahren bis zu 20m aus. In den 8m langen Doppelachsen-Anhängern können wir Scheiben bis zu 3,21m Höhe transportieren. Auch die Montage auf der Baustelle wird von uns durchgeführt.

Wie sehen Sie Ihre Chancen und Risiken auf dem Markt der Übergrößen?

Große Hersteller bieten inzwischen ebensolche Maße wie Henze an. Unser Vorteil ist aber, dass wir näher am Kunden sind und schneller produzieren und liefern können.

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Firmengründer Dietmar Henze

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Fenster- und Fassadengläser auf einer Linie fertigen

Der italienische Isolierglashersteller Vitrum & Glass sieht die traditionellen Abstandhalter in Iso-Einheiten auf dem Rückzug. Er verlässt sich in seiner Produktion seit 2014 auf das Warme Kante-System Blackline von Kömmerling.

Vitrum & Glass produziert an seinen beiden Standorten in Cairo Montenotte vor allem spezielle Isoliergläser, dazu zählen Iso-Einheiten für Structural Glazing und Systemfassaden. Mit seinem Beitritt zum Blackline-Netzwerk möchte das Unternehmen die Partnerschaft stärken und die Verbreitung dieser Isoliergläser vorantreiben. "Wir haben mit den Blackline-Isoliergläsern einen Produktionsanteil von zirka 30 Prozent erreicht. Bis Ende 2016 möchten wir auf 50 Prozent und in den kommenden zwei Jahren auf mehr als 80 Prozent kommen", sagt Geschäftsführer Matteo Ferraiuolo. Vitrum & Glass verfügt über zwei Produktionslinien für Isolierglas, darunter ist eine 60 Meter lange, vollautomatische Warme Kante-Linie für die Blackline-Gläser. Der Fertigung vorgelagert ist ein automatisiertes Glaslager mit mehr als 150 Scheibenarten.

Warme Kante aus dem Fass

Bei Blackline-Isoliergläsern besteht der thermoplastische Abstandhalter ausschließlich aus einem speziellen Kömmerling-Dichtstoff. Den schwarzen Synthesekautschuk (Polyisobutylen) appliziert bei Vitrum & Glass ein Bystronic-Roboter aus dem Fass in einem einzigen Zug direkt auf die Scheibe. Er ersetzt gleichzeitig Abstandhalterprofil, Trockenmittel und Primärdichtstff. Ferraiuolo sieht mehrere Vorteile bei der Warmen Kante aus dem Fass: "Die Produktion läuft sehr viel einfacher und schneller. Unsere Isoliergläser sind qualitativ verbessert." Außerdem besitze das System eine große Flexibilität und Variabilität in Bezug auf Abmessungen und Formen. Das gelte nicht nur für das Scheibenformat, sondern auch für die Breite der Abstandhalter. "Wir haben schon für verschiedene Anfragen Abstände zwischen sechs und 20 Millimeter liefern können", sagt der Geschäftsführer.

Für die Warme Kante mit Blackline erhält der Produzent von Kömmerling nicht nur den Dichtstoff, sondern auch das Polysulfid für die Sekundärversiegelung. Unverträglichkeiten seien dadurch ausgeschlossen. Die Materialien halten den Randverbund der Iso-Einheiten elastisch und gleichen durch Temperaturschwankungen entstehende Pumpbewegungen der Gläser aus. Das sorge für Langlebigkeit. Zugleich würden die Isoliergläser nur minimale Dickentoleranzen aufweisen. Ästhetisch punkteten Blackline-Isoliergläser ebenfalls: Im fertigen Fenster ist das schwarze Material nahezu unsichtbar, da sich der Fensterrahmen im Scheibenzwischenraum spiegelt. "Darüber hinaus ermöglicht die Warme Kante von Kömmerling eine perfekte Parallelität der Abstandhalter ohne Versatz bei Dreifach-Isoliergläsern", analysiert Ferraiuolo.

Verschiedene Dichtstoffe verfügbar

Aufgrund des breiten Produktangebots von Fenster bis Fassade ist ein weiterer Aspekt dieses Warme Kante-Systems für Vitrum & Glass wichtig: Kömmerling verfügt mit Ködispace und Ködispace 4SG über zwei unterschiedliche Dichtstoffe. Ködispace 4SG ist speziell für den Einsatz in Fassaden entwickelt und auf die Anforderungen silikonversiegelter Verglasungen abgestimmt. Der Produktionsprozess ist identisch mit der Herstellung der Blackline-Isoliergläser für Fenster und lässt sich auf derselben Linie realisieren.

Quelle: GFF 10/2016

Auf der Linie für Warme Kante stellt Vitrum & Glass Zweifach- und Dreifach-Isoliergläser bis zu einer Größe von 6.000 mal 3.210 Millimeter her.

 

Das Kömmerling-System besitzt eine große Flexibilität in Bezug auf Abmessungen, Formen und die Breite der Abstandhalter.

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Zusammen mit den Wissen­schaftlern des Fraunhofer ISE haben Bystronic glass und Kömmerling im Projekt „TPedge" einen Prozess entwickelt, um neuartige randversiegelte Doppelglas-PV-Module industriell zu fertigen, die ISO-Einheiten mit Warmer Kante ähneln. Vielseitige Tests haben die Zuverlässigkeit des Modulkonzepts bestätigt.

Hier erfahren Sie die Details und warum die Photovoltaik-Module nicht verkapselt werden müssen.

Im Rahmen des Forschungspro­jekts hat das Fraunhofer ISE die Fasssade eines seiner Laborgebäude mit den neu­en TPedge-Photovoltaik-Modulen ausgerüstet und betreibt diese seit über drei Jahren erfolg reich. Hergestellt wurden die Module auf Bystronic glass Maschinen und Anlagen.

Bei den TPedge-Modueln handelt es sich um randversiegelte Doppelglas-PV-Module, die eine große Ähnlichkeit zu Isolierglas-Einheiten aufweisen: Die Solarzellen werden im gasgefüllten Scheibenzwischenraum mithilfe kleiner Klebstoff-Pins befestigt. Ein elastischer Randverbund von Kömmerling dichtet das Modul ab. TPedge verzichtet auf traditionelle Einkapselungsfolien und den Modulrahmen und spare so nicht nur Materialkosten, sondern auch den zeitaufwendigen Laminationsprozess. ,,Der Sprung vom La­borprototyp zur industriellen Standardmodulgröße (60 Solarzellen) ist uns erfolgreich gelungen", so Max Mittag, Projektleiter am Fraunhofer ISE.

Dazu ergänzt Tobias Neff, Produktmanager Solar bei Bystronic glass: ,,Mit der TPedge-Technologie lassen sich die Kosten der Modulproduktion deutlich senken - bei einer angestrebten Taktzeit von 45 Sekunden pro Modullinie."

TPedge Modul: Kostenreduktion in der Modul-Produktion mit TPedge
TPedge Modul: Kostenreduktion in der Modul-Produktion mit TPedge

Automatisierte Herstellung mit Dünngläsern

Das Fraunhofer ISE konnte in seinem „Module Technology Center" automatisierte Produktionssysteme für TPedge-Module in Betrieb nehmen und zahlreiche Prototypen mit unterschiedli­chem Aufbau herstellen. Die Prozesse für die industrielle Herstellung wurden entsprechend weiterentwickelt und optimiert.

Durch den Einsatz von 2 mm Dünngläsern konnte zudem eine Gewichtssenkung bei den TPedge-Modulen um 30 Prozent erreicht werden. Die gemeinsam mit Bystronic glass hergestellten Prototypen wurden umfangreichen Modulprü­fungen gemäß IEC 61730/61215 unterzogen.

Die Ergebnisse bestätigten, so die Forscher, die hohe Beständigkeit und technische Reife des Modulkonzepts.

Geprüft wurden TPedge-Module unterschiedli­chen Aufbaus sowie Glas-Folien-Laminate und Glas-Glas-Laminate als Referenz. Auch die Beständigkeit gegen Hagel und Flächenlast war Gegenstand der Prüfungen.

 

Hohe mechanische und Alterungsbeständigkeit

In der Feuchte-Wärme-Prüfung wurden TPedge­ Module mit verschiedenen kommerziellen Solar­zellen über 4000 Stunden einer Temperatur von 85°C sowie einer relativen Luftfeuchte von 85% ausgesetzt. Die Module zeigen gegenüber initialen Leistungsmessungen keinerlei Veränderung. Herkömmliche Module (Glas- Folie-Laminate und Glas-Glas-Laminate) hingegen zeigten teils erhebliche Alterungserscheinungen und einen Leistungsverlust von bis zu 41 Prozent.

Auch die Prüfung auf Beständigkeit gegen thermi­sche Wechsellasten wurde erfolgreich bestanden. Das ,,TestLab PV Modules" des Fraunhofer ISE wies die Beständigkeit von TPedge-Modulen durch 400 Temperatur-Zyklen (- 40°C . . . +85°C) nach.

Unter Verwendung von kommerziellen Befestigungssystemen wurden Prüfungen auf Bestän­digkeit gegen mechanische Lasten und Hagel am Fraunhofer ISE durchgeführt. Die geprüften Module wurden in unterschiedlichen Montagesituationen bis zu einer Druckbelastung von 5400 Pa erfolgreich getestet. Trotz teilweise mehrfacher Wiederholung der Flächenlastprüfung wurde anschließend keine Veränderung der Modulleistung gemessen, so die Tester. Die Beständigkeit gegen Hagelschlag wurde ebenfalls überprüft und dabei auch Module mit reduzierter Glasdicke erfolgreich getestet.

Kritische Stellen des Moduls wie z. B. Glaskanten wurden mit 25 mm großen Hagelkörnern beschossen. Die geprüften Module hätten die Prüfungen ohne Schäden bestanden und konnten erfolgreich auch in weiteren Prüfungen verwendet werden.

 

Deutliche Kostenersparnis

Mit am Fraunhofer ISE entwickelten Modellen zur Berechnung der „Cost of Ownership" wurden die spezifischen Modulkosten (Euro/Wp) für TPedge und relevante Konkurrenz-Modu­ltechnologien berechnet. ,,Die spezifischen Modulkosten des TPedge-Modulkonzepts liegen ca. 2,2 Prozent unter denen herkömmlicher Glas-Folie-Laminate", so Max Mittag.

„Erreicht wird die Kostensenkung vor allem durch niedrigere Materialkosten, die ca. 90% der gesamten Modulproduktionskosten ausma­chen", ergänzt Tobias Neff.

TPedge spart ca. 22 % (ohne Solarzellen) bzw. 7,5% (mit Solarzellen) an Materialkosten ge­genüber herkömmlichen Modulen. Gegenüber Glas-Glas-Laminaten spart TPedge ca. 15,4% der Materialkosten (ohne Solarzellen).

www.bystronic-glass.com
www.koe-chemie.de

 

Quelle: Glaswelt 09/2017
Bild: Bystronic glass

Über das Projekt

Das Projekt "TPedge" startete Anfang 2013 und wurde vom Bundesministerium für  Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Das Fraunhofer ISE und der Projektpartner Bystronic glass entwickelten die TPedge-Modultechnologie und industrielle Produktionsmöglichkeiten erfolgreich weiter.

www.ise.fraunhofer.de

Weitere Informationen und Belegexemplar an:

Kömmerling Chemische Fabrik GmbH
Dr. Knut Göke
Zweibrücker Str. 200
66954 Pirmasens
Tel: +49 6331 56-2330
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Auf dem schmalen Grat zwischen Form und Funktion müssen Glasfassaden heute scheinbar unumstößliche physikalische Grenzen sprengen. Transparente, lichtdurchflutete Gebäude mit der Energiebilanz eines Passivhauses, Architektur mit gewagt fließenden Glasfassaden, multifunktionale smarte Gläser - die Anforderungen an zeitgemäße Fassaden sind so vielfältig wie widersprüchlich.

 

Zentraler Punkt des EXPO-Geländes in Astana ist eine gigantische begehbare Glaskugel. Foto: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH

Welch enormen Einfluss ein kleines Detail wie der verwendete Dichtstoff im Isolierglas auf das Ergebnis hat, zeigt sich aber oft erst dann, wenn er nicht das hält, was er verspricht. Oder wenn er bestehende Erwartungen übertrifft und neue gestalterische Perspektiven eröffnet. Die Widersprüche zwischen Energieeffizienz, Multifunktionalität und Gestaltungsspielraum zu vereinen, das treibt auch die Produktentwickler der Kömmerling Chemische Fabrik GmbH an. Ob Structural Glazing oder Direct Glazing, Fassaden mit integrierter Photovoltaik oder als medial bespielbare Plattform - der Kleb- und Dichtstoffhersteller aus Pirmasens schafft mit optimalen Lösungen architektonische Freiheit.

Wie auf der EXPO 2017 im kasachischen Astana: Unter dem diesjährigen EXPO-Motto Future Energy entwarf das Architekturbüro Adrian Smith + Gordon Gill, Chicago, vollständig verglaste Plusenergie-Gebäude. Die Fassaden sind so energieeffizient, dass die Pavillons mehr Energie generieren, als sie verbrauchen. zentraler Punkt des Geländes ist eine beeindruckend große begehbare Glaskugel. Zwei der kreisförmig um die Kugel angeordneten Landespavillons bestehen aus je 20.000 Quadratmeter Fassadengläsern, realisiert mit der Warmen Kante für Structural Glazing von Kömmerling.

Warme Kante für geklebte Fassaden

Dahinter steckt der Dichtstoff Ködispace 4SG. Er ist Teil einer Warme Kante-Lösung, die auf einzigartige Weise die Anforderungen silikonversiegelter Verglasungen erfüllt. Denn das schwarze Polyisobutylen wird aus dem Fass mittels eines vollautomatischen Applikators direkt auf die Scheibe extrudiert und bildet eine absolut dichte, homogene und kontinuierlich  aufgetragene Masse. Dabei ersetzt es gleichzeitig Primärdichtstoff, Abstandhalter und Trockenmittel. Aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung geht Ködispace 4SG sowohl mit dem Glas als auch mit dem Sekundärdichtstoff Silikon eine chemische Bindung ein. Das Isolierglas wird so zu einer fest verbundenen und dennoch flexiblen Einheit. Ein typisches Fassadenelement der EXPO-Pavillons ist beispielsweise ein mit Argon gefülltes Dreifach-Isolierglas aus 8 mm Sonnenschutzglas, 6 mm Wärmeschutzglas und 8 mm VSG. Dazwischen liegen zwei 16 mm starke thermoplastische Abstandhalter aus dem Kömmerling Warme-Kante-System.

Stressresistente Gläser durch flexiblen Randverbund

Der elastische Randverbund nimmt Druckdifferenzen, Klima- und Windlasten deutlich besser auf als starre Abstandhalter ohne Verbundwirkung. Das Material kann sich bemerkenswert ausdehnen oder zusammendrücken und gibt die Bewegungen und Belastungen auf die Glasscheiben an die Unterkonstruktion weiter, ohne dabei selbst übermäßig belastet zu werden. So reduzieren sich die Spannungen im Glas, und der Randverbund bleibt auch bei starken Verformungen dauerhaft gasdicht.

Gleichmäßig verteilte Last

Berechnet man die Klimabelastungen von Mehrscheiben-Isoliergläsern nach der Methode von Prof. Dr. Franz Feldmeier, Hochschule Rosenheim, wird ein 1.500 x 3.000 mm großes Isolierglas aus zwei 6 mm-Scheiben und 16 mm Zwischenraum mit Kömmerling-Randverbund erheblich weniger gestresst als eins mit herkömmlichen Abstandhaltern (*siehe Quellenangabe): Nach der Abkühlung des Isolierglases auf -20 °C ist die durch die Druckdifferenz entstandene maximale Verformung der Scheiben um 59 Prozent geringer. Ein ähnlicher Effekt entsteht unter Windlast, zum Beispiel in einer Windzone 3 mit der Belastung bei 0,47 kN/m²: Mit Aluminiumabstandhaltern wird die Außenscheibe um 11,6 mm und die Innenscheibe um 6,5 mm deformiert. Der dichte, elastische Randverbund verteilt aufgrund des höheren Innendrucks im Scheibenzwischenraum dagegen die Last gleichmäßig über beide Scheiben, mit einer Deformation von 9 mm außen und 9,2 mm innen.

Länger gasdicht, länger energieeffizient

In der Regel ist die Klebefuge bei Structural Glazing-Projekten direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, weswegen die Verwendung UV-stabiler Silikone zwingend erforderlich ist. Allerdings hat ein Silikon den Nachteil hoher Permeationsraten bezüglich Wasserdampf und Argon. Im Gegensatz dazu lässt das Butyl der Warmen Kante von Kömmerling nahezu keine Feuchtigkeit durch, ist besonders gasdicht und bis +90 °C temperaturbeständig. Die Gasdurchlässigkeit von Butyl bei Argon beträgt weniger als 0,001 g/mh gegenüber 0,5 g/m²h bei Zweikomponenten-Silikon, die Feuchtigkeitsdurchlässigkeit weniger als 0,03 g/m²h im Vergleich zu 20 gm²/h beim Silikon. Das heißt, der komplette Randverbund bleibt mit dem Polyisobutylen trotz Silikon als Sekundärdichtstoff dauerhaft dicht. In einem unabhängig durchgeführten Test betrug die Feuchtigkeit selbst nach fünf überstandenen Klimazyklen der EN 1279-3 im Scheibenzwischenraum nur 40 Prozent, und die Gasfüllung lag immer noch bei 89 Prozent. Auch unter extremen Bedingungen bleiben die Fassadenelemente also lange gasdicht und dadurch energieeffizient, ohne schleichende Verschlechterung des Uw-Wertes. 

Einzigartige Ästhetik

Die Warme Kante mit Ködispace 4SG verleiht den Isoliergläsern eine einzigartige Ästhetik und außerordentliche gestalterische Möglichkeiten. Aufgrund der vollautomatisierten Produktionsweise lassen sich verschiedenste Scheibenformen und -größen herstellen, von Übergrößen bis zu Sonderformen mit Rundungen oder runden Gläsern mit minimalen Durchmessern von nur 100 Millimeter. Durch die exakte Herstellung liegen die Abstandhalter absolut deckungsgleich und zeigen keinerlei Versatz. Das schwarze Material im Scheibenzwischenraum reflektiert die Rahmenfarbe und erreicht eine optisch ansprechende Harmonie von Glas und Rahmen. Dadurch wird der Mehrfachaufbau nahezu unsichtbar, der Blick gleitet ungestört nach außen.

Seine Elastizität prädestiniert den Kömmerling-Randverbund für warm oder kalt gebogene Gläser, egal ob einaxial-, zweiaxial- oder torsionsverformt. Gerade beim Kaltbiegen kompletter Isoliergläser deformiert sich der Randverbund besonders stark. Konventionelle Abstandhalter können das nur über den schmal aufgetragenen Primärdichtstoff abfangen, es drohen Undichtigkeiten.

Ein Himmel aus Glas

Dagegen macht ein flexibler Randverbund die Bewegungen vollkommen mit und erhält seine volle Funktionsfähigkeit. Welche konstruktiven Möglichkeiten gebogene Gläser inzwischen erlauben, zeigt sich in der Shoppingmall Chadstone in Melbourne: Eine riesige Einkaufsstadt mit 500 Läden und 10.000 Parkplätzen, die Kunden aus der ganzen Welt anlockt - und darüber wölbt sich wellenförmig ein gigantischer Himmel aus Glas.

*Quellenangabe: Dr. Scherer C.: A new reactive thermoplastic spacer with excellent durable energy efficiency for structural glazing facades; Challenging Glass 5, Conference on Architectural and Structural Applications of Glass, June 2016

 

Quelle: Glas + Rahmen 12/2017
Die enormen konstruktiven Möglichkeiten gebogener Gläser offenbart die riesige Shoppingmall Chadstone in Melbourne.
Foto: Timothy Burgess / Imageplay
Die enormen konstruktiven Möglichkeiten gebogener Gläser offenbart die riesige Shoppingmall Chadstone in Melbourne. Foto: Timothy Burgess / Imageplay
Der Dichtstoff Ködispace 4SG für Isoliergläser wird vollautomatisch mit einem Applikator auf das Glas aufgebracht und eignet sich optimal für Structural-Glazing-Fassaden.
Foto: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH
Der Dichtstoff Ködispace 4SG für Isoliergläser wird vollautomatisch mit einem Applikator auf das Glas aufgebracht und eignet sich optimal für Structural-Glazing-Fassaden. Foto: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH

Internationaler Technologieführer

Als internationaler Technologieführer für Glasanwendungen hat Kömmerling ebenfalls Produkte für die manuelle und industrielle Fensterklebung sowie für Spezialgläser und Bauelemente mit Verbundgläsern im Portfolio. Eine der neuesten Entwicklungen führte zu einem Verbundglas mit integrierten LEDs. Es wird in Fassaden als medial bespielbare Plattform und als konstruktives Bauelement zugleich genutzt. Das Thema Energieeffizienz beschäftigt die Entwickler außerdem noch auf andere Weise: In die Fassade integrierte Photovoltaikmodule werden aktuell im Fraunhofer ISE getestet oder lassen sich mit auf der Modulrückseite geklebten Befestigungsprofilen rahmenlos montieren. Wie kristalline Module so zum gestaltenden Fassadenelement werden, ist am neuen Headquarter der Ed. Züblin AG in Stuttgart-Möhringen zu sehen. Bei diesem Objekt werden die PV-Module ohne zusätzliche mechanische Befestigung nur durch das Kömmerling Spezial-Silikon gehalten. Dies entspricht dem Structural Glazing Typ IV nach ETAG 002. Kömmerling erhielt dafür eine objektspezifische bauaufsichtliche Zulassung (ZiE, Zustimmung im Einzelfall).

Wie Photovoltaikmodule durch rahmenlose Befestigung zum gestaltenden Fassadenelement werden, ist am neuen Headquarter der Ed. Züblin AG zu sehen.
Foto: Timothy Burgess / Imageplay
Wie Photovoltaikmodule durch rahmenlose Befestigung zum gestaltenden Fassadenelement werden, ist am neuen Headquarter der Ed. Züblin AG zu sehen. Foto: Timothy Burgess / Imageplay

Weitere Informationen und Belegexemplar an:

Kömmerling Chemische Fabrik GmbH
Dr. Knut Göke
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Quelle: Glas + Rahmen 12/17

Thermoplastische Abstandhalter und Silikon als Randverbund in Fassaden sowie Structural Glazing-Konstruktionen sind relevante Themen für Glasverarbeiter und -hersteller. GFF hat mit Dr. Knut Göke, Head of PM/Marketing von Kömmerling Chemische Fabrik, gesprochen.

GFF: Herr Dr. Göke, Kömmerling hat für ein Projekt in Südkorea das Produkt G-Smatt Glass entwickelt. Worum handelt es sich genau?

Göke: Ja, das LED-Glas ist in verschi­edenen Ausprägungen und Funktionen serienmäßig verfügbar. Das von Kömmerling und G-Smatt entwickelte G-Smatt Glass ist transparentes Glas, Display und konstruktives Bauelement in einem: Das Element selbst lässt sich wie ein Standard-lsolierglas verbauen und ist dadurch im Einsatz überaus flexibel. Zwischen zwei Glasscheiben einer Einheit ist ein LED-Raster in Gießharz eingebettet, das sich mit beliebigen Media-lnhalten ansteuern lässt.

Dr. Knut Göke ist Leiter Produktmanagement & Marketing von Kömmerling Chemische Fabrik in Pirmasens

 

 

Welche Vorteile bietet TPS für Isolierglashersteller im Vergleich zu anderen Abstandhaltersystemen?

Unser thermoplastischer Abstand­halter besteht ausschließlich aus dem speziellen Kömmerling Butyl­ Dichtstoff Ködispace, der maschinell in einem einzigen Zug aus dem Fass direkt auf das Glas appliziert wird. Die Produktion bietet also eine sehr hohe, gleichbleibende Verarbeitungsqualität in einer sicheren Prozesskette. Unabhängig vom Scheibenformat läuft sie sehr vie! einfacher und schneller: Die Arbeitsschritte Zuschneiden, Biegen, Befüllen mit Trockenmittel und Butylieren der Abstandhalter entfallen. Außerdem müssen keine unterschiedlichen Abstandhaltergrößen gelagert werden. Wir liefern zudem die Sekundärversiegelung. So kommt alles geprüft aus einer Hand, die gefürchteten Unverträglichkeiten sind ausgeschlossen. Die Fertigung aus dem Fass bietet dazu eine große Flexibilität und Variabilität in Bezug auf Abmessungen und Formen der Scheibe, ebenso wie bei der Breite der Abstandhalter. Dreifach-lsoliergläser erreichen eine vollkommene Parallelität der Abstandhalter ohne Versatz.

 

Macht es Sinn, beim Psi-Wert die letzten kleinen Reserven für lso herauszukitzeln?

Die Verbesserung der Wärmetechnik ist wichtig, aber nur eines von vielen Kriterien, die ein Abstandhaltersystem für eine dauerhaft funktionsfähige lsolierglaseinheit erfüllen muss. Ein Unterschied im Psi -Wert von 0,001 W/mK ist nicht signifikant und hat keinerlei Relevanz beim Uw-Wert. Es hat sich eine Psi-Wert-Olympiade entwickelt, bei der nur noch auf den kleinsten Wert geschaut wird. Wesentlich ist aber die Güte der Verarbeitungsqualität in Hinblick auf den Gasfüllgrad und die dauerhafte Dichtigkeit..

 

Wo sehen Sie die wichtigsten Assets lhrer Lösungen bei TPS?

Dauerhaft gasdichte lsolierglas-Einheiten mit Silikon als Randverbund in der Serienproduktion herzustellen, ist problematisch. Ködispace 4SG ist unsere Antwort darauf. Das thermoplastische Abstandhaltersystem ermöglicht die Realisierung von dauerhaft gasdichten Glasfassaden in Kombination mit Silikon. Ködispace 4SG ist exakt für diese Anwendung erfolgreich geprüft und zertifiziert.

 

Wo sehen Sie die Schwerpunkte der künftigen Produktweiterentwicklung und für künftige Neuentwicklungen?

Wir wollen das Potenzial im Bereich der Warmen Kante ausschöpfen, speziell mit Ködispace 4SG als thermoplastischem Abstandhaltersystem in Kombination mit Silikon als Randverbund für die Fassade und ebenfalls bei Structural Glazing-Silikonen. Er kennen wir ein Problem, gehen wir dieses direkt an: Beispielsweise kann es langfristig durch die Pumpbewegung der Scheiben bei Dreifach-lsolierglas mit starren Abstandhaltersystemen zum Walk-in der Primärversiegelung kom­men. Wir arbeiten zurzeit an Lösungen, dieses Phänomen zu minimieren. Neben der Neu- und Weiterentwick­lung von Kleb- und Dichtstoffsystemen sehen wir unseren Schwerpunkt auch als Dienstleister und Partner für unsere Kunden: Durch die enge Zusammenarbeit mit Maschinenlieferanten und den Herstellern von Misch-­ und Dosieranlagen liefern wir das Produkt und dazu gleichzeitig einen Weg, es prozesssicher in der Fertigung zu verarbeiten. Unsere Anwendungstechniker sind weltweit vor Ort, wir lassen die Kunden bei Problemen nicht allein.

 

Wo hat die Glasindustrie mit Blick auf Dicht- und Klebstoffe Potenzial?

Ganz klar bei der Fensterklebetechnik: Ein hoherer Anteil von geklebten Fenstern, analog zu Österreich und der Schweiz, sollte in Deutschland angestrebt werden. Die Produktverbesserungen bei einem geklebten Element liegen auf der Hand: Das Fenster ist energieeffizienter und stabiler, schmalere Rahmen ermöglichen ein besseres Design und die Klebung liefert den Einbruchschutz mit. Kömmerling bietet im Umgang mi  dieser Fügetechnolo­gie Schulungen sowie Unterstützung vor Ort beim Einsatz in der Produktion.

 

Quelle: GFF 6/2017

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Trotz der Vorteile, die die Verklebung von Fensterscheiben bietet, ist die Technologie im Vergleich zu den Nachbarländern Österreich und Schweiz in Deutschland noch recht wenig verbreitet. Über die Gründe dafür und was getan werden kann, um der Technik auch in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, sprachen wir mit Dr. Wolfgang Wittwer, Produktentwickler bei Kömmerling Chemie und Mitglied des Expertenkreises der RAL-Gütegemeinschaft, Antonius Beier, Vertrieb und Michael Merkle, Anwendungstechnik.

Warum ist der Anteil der verklebten Fenster in Deutschland noch immer überschaubar?

Wittwer: Die Klebetechnologie ist relativ komplex. Viele konventionell produzierenden Fensterbauer haben daher Hemmungen, einzusteigen. Gleichzeitig muss der Mehrwert der Technologie bei den Endkunden mit einem gewissen Aufwand vermittelt werden. Meiner Einschätzung nach gibt es einige Treiber, bei denen die Mehrwerte sichtbar werden: Das eine ist die Fertigungsoptimierung bei den Fensterbauern selbst, die durch diesen Re-Engineering-Prozess eine bessere Ablaufstruktur in ihre Prozesse einbringen. Und das zweite ist, in Kundenhinsicht, sicher die einbruchhemmende Verglasung. Die zugfeste Anbindung der Scheibe erreicht eine Performance, die mit konventionellen Methoden so nicht zu machen ist.

Unsere Interviewpartner (v.l.): Dr. Wolfgang Wittwer (Laborleiter und Mitglied des Expertenkreises der RAL-Gütegemeinschaft), Michael Merkle (Anwendungstechnik), Antonius Beier (Vertrieb)

Beier: Im Bereich RC2/RC3-Konstruktionen ist Verklebung mehr oder weniger Standard. Die Fensterbauer tun sich schwer, diese Technologie bei ihren Kunden erfolgreich zu vermarkten. Und das bremst den Prozess. Der Anteil der geklebten Fenster in Deutschland liegt etwa bei acht bis zehn Prozent. In Österreich und der Schweiz gehen die Uhren dagegen etwas anders: Wir gehen in Österreich von einem Anteil geklebter Fenster zwischen 50 und 60 Prozent und in der Schweiz von 30 bis 40 Prozent aus.

Wittwer: Man kann das auch wirtschaftlich beleuchten: Für die Systemgeber ist es zunächst einmal eine Investition, die durch Vermarktungsargumente - zum Beispiel die Vermeidung von Stahl, um den U-Wert nach unten zu drücken - gerechtfertigt werden muss.

Merkle:  Mittlerweile erkenn viele aber den Trend. Inzwischen gibt es Klebeflügel von allen namhaften Systemgebern in Deutschland. Die meisten haben sich mit dem Thema also beschäftigt.

 

Es reicht nicht, dass alle Systemgeber Klebeflügel anbieten, um die Fensterbauer mitzuziehen?

Wittwer: Nein, dafür ist der Schritt einfach zu groß. Es gibt einfache Lösungen, bei denen zusätzlich geklebt wird. Um aber den vollen Nutzen zu erzeugen, muss der ganze Prozess vom Produkt her definiert werden. Dass der Prozess um die Aushärtung herum aufgebaut werden muss, war beim Fensterbauer in der Vergangenheit nicht gerade üblich. Zusätzlich gibt es gewisse Ängste, die durch Probleme in der Anfangsphase der Klebetechnik geschürt worden sind. Diese Probleme entstanden durch eine nicht fachgerechte Umsetzung. Es ist nicht damit getan, einen Klebstoff zu finden, der an Glas oder Sekundärdichtstoff und am Rahmenmaterial Haftung hat. Hier gibt es mehr zu beachten - gerade in Bezug auf Verträglichkeit, aber natürlich auch zu Mechanik und Dauerbelastung von Verklebungen. Wenn man sich an die Richtlinien, die es zumindest zwischenzeitlich auch öffentlich gibt, gehalten hätte, dann wären diese Probleme allerdings gar nicht aufgetaucht.

Beier: Ein wichtiger Punkt ist die Angst der meisten Fensterbauer vor einem Scheibentausch vor Ort. Das ist verständlich - eine geklebte Scheibe ist anders zu entfernen als eine verklotzte. Aber erstens gibt es bei verklebten Fenstern viel weniger Scheibentausch und Scheibenbrüche, und zweitens kann jede verklebte Scheibe mit geringfügig höherem Aufwand getauscht werden. Die großen Fensterbauer sparen mit verklebten Fenstern bei den Servicekosten inklusive Scheibentausch zwischen 80 und 82 Prozent ein. Ein Argument, das für die Klebetechnik spricht.

 

Was können Sie als Klebstoffhersteller tun, um die Fensterbauer zu überzeugen?

Merkle: Eine wichtige Frage! Wir unterstützen gemeinsam mit den Profilsystemgebern die Fensterbauer vor Ort. Kömmerling bietet an, direkt in der Produktion Fensterelemente aus dem jeweiligen Betrieb mit dem Fensterbauer zusammen zu verkleben und das Ergebnis und die Stabilität mit herkömmlichen Fenstern zu vergleichen. Kömmerling stellt außerdem eigene Misch- und Dosieranlagen zur Einarbeitung beim Kunden vor Ort zur Verfügung. Oder wir zeigen die Verklebung in unserem neuen Technikum in Pirmasens.

 

Sie sagen also, die Praxiserfahrung ist der beste Weg?

Wittwer: Auf jeden Fall. Zwei Dinge sind wichtig: Sicherheit, dass die Klebetechnik etwas taugt - deswegen haben wir die RAL-Güterichtlinien - und den Qualitätsunterschied erfahrbar und fühlbar zu machen.

Merkle: Ein Fensterbauer muss außerdem nicht seine komplette Produktion umstellen, um zu kleben. Er kann sowohl Klebeflügel als auch konventionelle Flügel verarbeiten und das Kleben kann in den Produktionsprozess eingepasst werden. Von der einfachen Handapplikation über die Misch- und Dosieranlage bis hin zum Vollautomaten.

Wittwer: Im Prinzip gibt es diese Ad-On-Lösungen von ganz einfacher manueller Applikation bis zu kleinen Anlagen und dann schrittweise bis zur Automatisierung der kompletten Fertigungslinie. Wenn ich den Automatisierungsvorteil nutzen will, dann ist das ganz klar ein Re-Engineering, aber wenn ich meine Fertigungslinie behalten will, kann ich trotzdem kleben. Für einbruchhemmende Elemente gibt es eine ganze Reihe Firmen, die das so machen.

 

Welche Maschinenbauer unterstützen die Klebetechnik?

Wittwer: Es gibt die, die versuchen, aus ihrer Technologie das Optimum rauszuholen und jene, die eine Marktnachfrage beantworten wollen. Das gilt auch für die Klebstoffhersteller. Manche beschäftigen sich aktiv mit der Technologie, andere wollen nur nebenher eine Lösung für den aufkommenden Markt.

Merkle: Für Maschinenbauer gilt dasselbe wie für Klebstoffhersteller und Fensterbauer. Man kommt nur gemeinsam voran. Eine frühzeitige Abstimmung aller Beteiligten, schon ab der Entwicklungsphase, trägt maßgeblich zum Erfolg des Projektes bei.

 

Was macht Kömmerling als Partner und Lieferant denn besonders?

Wittwer: Wir sind der einzige, der mehrere System anbietet und dadurch für das jeweilige Rahmenmaterial die optimale Lösung parat hat. Die anderen Spieler am Markt arbeiten normalerweise mit einem Klebesystem und setzen das dann überall ein.

Beier: Zudem sind wir Technologieführer bei Isolierglasdichtstoffen und bringen über 60 Jahre Erfahrung mit den relevanten Werkstoffen ein. So können wir sicherstellen, dass nicht nur das Fenster, sondern auch das Isolierglas dauerhaft seine Funktion erfüllt.

 

Kömmerling arbeitet mit pastösen Klebstoffen. Welche Unterschiede sehen Sie zum Klebeband?

Wittwer: Generell ist die mechanische Performance und die temperaturmäßige Bandbreite von Nasssystemen, egal welcher Couleur, breiter als die von Bändern.

Merkle: Man muss bei dem Thema differenzieren und die Zusammenarbeit mit den Klebebandherstellern erwähnen. Das Klebeband wird teilweise als schnelle Fixierungshilfe gemeinsam mit dem Klebstoff verwendet. Wir arbeiten auch in verschiedenen Gremien zusammen, um die Verklebung voranzubringen.

 

Ist die Fertigung von einbruchhemmenden Elementen nach RC2/RC3 ebenfalls ein interessanter Ansatzpunkt?

Merkle: Erfahrungsgemäß erkennen viele unserer Kunden, die wegen RC2/RC3 mit dem Kleben angefangen haben, die Vorteile, und stellen die Produktion komplett auf Kleben um. Bei geklebten Fenstern müssen für die Anforderungen an RC2/RC3 nur noch die entsprechenden Beschläge und die Glasscheibe gewechselt werden. Kömmerling stellt gemeinsam mit den Beschlagherstellern Prüfelemente her, die beim Prüfinstitut getestet werden.

Wittwer: Leider treffen die Prüfungen nach europäischer RC2/RC3-Norm keine Aussage über die Dauerhaftigkeit der Konstruktionen. RC2/RC3 sind rein mechanische Prüfvorschriften und, so sollen europäische Normen auch sein, designneutral. Das ist eine Quelle von Problemen, weil das ganze Thema Verträglichkeit hier nicht abgebildet wird. Es kann also sein, dass nach RC2/RC3 positiv geprüfte Fenster aufgrund schlechter Verträglichkeit der Werkstoffe im Feld versagen. Dann heißt es wieder "Das Kleben funktioniert nicht".

Die Prüfvorschriften für RC2 und RC 3 sind rein mechanisch und designneutral.
Das Thema Verträglichkeit wird mit der Prüfung nicht abgebildet.

Wie unterstützt die RAL-Gütegemeinschaft das Thema Verklebung?

Wittwer: Unser erstes Ziel liegt natürlich beim Verbraucherschutz, indem wir dafür sorgen, dass er ein entsprechend langlebiges, abgesichertes Bauprodukt kaufen kann. Natürlich bietet dieser Schutz auch Sicherheit für die Fensterbauer. Deshalb haben wir mit der GZ 716 ein paar Verkehrsregeln aufgesetzt. Diese Richtlinie war das erste Regelwerk, bei dem man die Fragen nach der mechanischen Tauglichkeit der Klebstoffe und nach der Verträglichkeit aller Komponenten, die mit dem Klebstoff in Kontakt kommen, komplett berücksichtigt hat.

Jetzt müssen wir schauen, dass wir das, was wir auf freiwilliger Basis in dem Zusammenschluss der Profilsystemgeber geschaffen haben, in den internationalen normativen Rahmen einbetten.

Wann gibt es eine eigene europäische Norm?

Wittwer: Das kann ich im Augenblick noch gar nicht sicher sagen. Der Wille ist definitiv da, wir haben auch konkrete Schritte gemacht. Im ersten Quartal werden wir einen ersten Entwurf für ein Mandat ausformulieren, den wir dann auch noch zur Diskussion stellen müssen, bevor wir in den europäischen Ring steigen. Erfahrungsgemäß dauern die europäischen Prozesse allerdings ihre Zeit.

Quelle: Bauelemente Bau 04/2017

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Geklebte Fenster erhöhen den Einbruchschutz

Genau 167.136 Einbrüche zählt die gerade veröffentlichte Kriminalstatistik im Jahr 2015 in Deutschland auf. Im Durchschnitt wird demnach alle drei Minuten eine Wohnung durchwühlt. Oft genutzte Schwachstellen für den Einstieg sind Fenster und Türen. Mit stabileren Bauweisen lässt sich der Einbruchschutz allerdings verbessern. Geklebte Fenster versprechen hier erhebliche Vorteile. Ein erfahrener und kompetenter Partner rund um die Fensterverklebung ist die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH Pirmasens. Ihre Ködiglaze-Klebstoffe bieten optimale Anwendungsmöglichkeiten.

Schon länger steigt die jährliche Zahl der Einbrüche wieder an, zuletzt im Jahr 2015 um fast 10 Prozent. Sehr häufig dringen die Täter in Wohnungen und Häuser ein, indem sie ein Fenster aufhebeln. Dafür reicht bei Standardfenstern schon ein einfacher Schraubendreher aus. Ansatzpunkte für die Hebelwirkung sind konstruktionsbedingte Schwachstellen: die Anschlüsse zwischen Verglasung und Flügel, zwischen Flügel und Fensterrahmen sowie zwischen Fensterrahmen und Wand.

Abhilfe schaffen einbruchhemmende Fenster mit nachweislich geprüften Widerstandsklassen. Deshalb rät die Kriminalpolizei zu Bauteilen mit Widerstandsklasse RC2 oder höher. Ein Fenster ist allerdings nur dann einbruchhemmend, wenn die Sicherheitskette aus Glasanbindung, Falzbereich und Wandanschluss vollständig geschlossen ist und das gesamte System den Anforderungen der gewünschten Widerstandsklasse entspricht.

Umlaufende Klebefuge bietet sicherste Glasanbindung

Für die Glasanbindung bedeutet das: Ab RC2 müssten Glasleisten entweder verschraubt oder verklebt werden, um die Klasse erreichen zu können. Eine weitaus bessere Lösung bietet dagegen die Verklebung des Isolierglases im Fensterflügel, denn durch die umlaufende Klebefuge verschmelzen Glas und Flügel zu einer Einheit. Für den Lastabtrag sind nur wenige oder überhaupt keine Verglasungsklötze mehr notwendig. So wird ein Ansatzpunkt für das Aufhebeln am Glasanschluss eliminiert. Zudem erhält der gesamte Flügel durch die Verklebung eine bessere Statik. Er wird verwindungssteif und kann sich praktisch nicht verdrehen. Die Folge: Ein Einbruchwerkzeug, das nur an einer Stelle des Fensters angesetzt wird, bringt keine ausreichende Hebelwirkung auf, um den Flügel umzubiegen. Die Verklebung stärkt also nicht nur den Glasanschluss, sondern mittelbar auch den Anschluss zwischen Flügel und Fensterrahmen.

Wird das Isolierglas im Flügel verklebt, lässt sich die empfohlene Widerstandsklasse RC2 zudem besonders leicht erreichen. Das bietet handfeste Vorteile für Fensterbauer und Monteure: Die Verklotzung wird reduziert oder sogar vollständig ersetzt, die gesonderte Befestigung der Glasleisten entfällt. Das Fenster benötigt nur noch den passenden RC2-Beschlag und die richtige Montage auf der Baustelle. Darüber hinaus können auch Profile ohne zusätzliche Stahlverstärkung genutzt werden.

Optimale Lösungen mit Kömmerling-Klebstoffen

Als optimale Lösung im Hinblick auf Einbruchschutz empfiehlt Kömmerling die Klebeposition im Falzgrund mit dem Polyurethan-Klebstoff Ködiglaze P. Die Verklebung im Falzgrund weist die beste Statik auf: Anders als bei Glaskantenverklebungen muss der Flügel nicht durch eine zusätzliche Überschlagsverklebung verstärkt werden. Ködiglaze P besitzt außerdem eine hohe mechanische Festigkeit und lässt sich nur schwer einschneiden. Auch Festverglasungen können mit Ködiglaze P direkt auf der Baustelle nach RC2 hergestellt werden. Der einkomponentige Klebstoff ist einfach in der Handhabung, das Isolierglas lässt sich vor Ort problemlos in den bereits verschraubten Rahmen einkleben.

Wichtig für eine dauerhaft sichere Verklebung ist die Verträglichkeit mit allen weiteren verwendeten Materialien. Kömmerling gewährleistet die Kompatibilität seiner RAL geprüften Ködiglaze-Klebstoffe mit seinen eigenen Dichtstoffen und zu den meisten Isolierglas-Dichtstoffen am Markt. Ebenso sind die Klebstoffe verträglich mit den handelsüblichen PVB-Folien, die ab Widerstandsklasse RC2 zu verwenden sind, um die durchbruchhemmende Wirkung der Verglasung zu erhöhen. Als Partner der Systemgeber für Profile und Beschläge ist Kömmerling beteiligt an der Erstellung der notwendigen Lizenzen, um rundum sicher funktionierende Systeme anbieten zu können. (ar/pp)

Einbruchschutz3

Das hier in einer Prüfsituation Glasanbindung nach RC2 geprüfte Isolierglas wurde im Falzgrund mit Kömmerling Ködiglaze P verklebt und hat die Prüfung bestanden. Grafiken und Fotos: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH

Kömmerling-Produkte für die Fensterverklebung

Der Kömmerling Klebstoff Ködiglaze P aus Polyurethan eignet sich nicht nur für RC Verklebungen in Kunststoffprofilen, sondern ebenso für alle anderen gängigen Rahmenmaterialien wie z.B. Holz, Holz Alu und Aluminium. Ködiglaze P ist von seinen chemischen wie auch mechanischen Eigenschaften her gesehen auf die gebräuchlichen Isolierglasdichtstoffe auf Basis Polyurethan und Polysulfid abgestimmt. Der Klebstoff hat sich sowohl als einkomponentige Variante aus 600 ml Schlauchfolien, wie auch als zweikomponentige Version, dann verarbeitet aus Misch- und Dosieranlagen sowie Klebeautomaten seit vielen Jahren bewährt.

Kömmerling bietet für die Direktverklebung von Isolierglas eine komplette Palette weiterer aufeinander abgestimmter Kleb- und Dichtstoffe an. Für jede Anwendung stehen die Fachberater des Herstellers mit individueller Beratung und optimierten Lösungen zur Verfügung.

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Der Kömmerling Klebstoff Ködiglaze P aus Polyurethan, hier in einer Falzgrundverklebung, eignet sich nicht nur für RC Verklebungen in Kunststoffprofilen, sondern ebenso für alle anderen gängigen Rahmenmaterialien wie z.B. Holz, Holz-Alu und Aluminium.

blackline-Netzwerk mit neuen Partnern

blackline – dieser Name steht für ein Premium-Isolierglas mit thermoplastischem Abstandhalter, das aus der Systempartnerschaft zwischen dem Kleb- und Dichtstoffhersteller Kömmerling und namhaften Isolierglasherstellern entstanden ist. Mit Vitrum&Glass und Lerobel haben sich jetzt zwei weitere Partner dem blackline-Netzwerk angeschlossen. Die Kömmerling Chemische Fabrik GmbH Pirmasens bietet auf der fensterbau/frontale vom 16.-19. März 2016 in Nürnberg Informationen rund um die Systempartnerschaft und das Produkt blackline.

Die Warme Kante in einem blackline-Fenster wird mit nur einem einzigen Kömmerling-Dichtstoff aus dem Fass hergestellt. Dieser wird in einem speziellen Verfahren auf das Glas aufgebracht und ersetzt in einem Arbeitsgang gleichzeitig herkömmliches Abstandhalterprofil, Trockenmittel und Primärdichtstoff. Das umlaufend homogene und flexible Verbundsystem gewährleistet eine dauerhafte Gasdichtigkeit und kompensiert Klimalasten ohne Folgeschäden. Aufgrund der schwarzen Farbe der Warmen Kante spiegelt sich der Fensterrahmen im Scheibenzwischenraum und macht ihn nahezu unsichtbar. Zudem ist dank des deckungsgleichen Randverbunds und der optimalen Eckenausbildung kein Versatz an den Kanten zu sehen.

Das schwarze Ködispace wird mit einem vollautomatischen Applikationsroboter direkt aus dem Fass auf das Isolierglas aufgebracht. Grafiken und Fotos: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH

Das schwarze Ködispace wird mit einem vollautomatischen Applikationsroboter direkt aus dem Fass auf das Isolierglas aufgebracht. Grafiken und Fotos: Kömmerling Chemische Fabrik GmbH

Zwei neue blackline-Partner

Die Isolierglashersteller Vitrum&Glass aus Cairo Montenotte in Italien und Lerobel aus Hasselt in Belgien bieten mit ihrem Beitritt zum blackline-Netzwerk jetzt ebenfalls Isoliergläser mit der Warmen Kante blackline an. Gefertigt werden die Gläser jeweils auf einer vollautomatischen Produktionslinie, die auf den thermoplastischen Abstandhalter aus dem Fass abgestimmt ist.

Beim Einfahren einer blackline-Produktionslinie bietet Kömmerling als Hersteller des Dichtstoffs handfeste Unterstützung an.
Dazu gehören auch Verarbeitungsrichtlinien sowie Schulungen für Vertrieb und Technik. Weiterhin steht den Netzwerkpartnern ein abgestimmtes Marketing mit diversem Verkaufs- und Werbematerial zur Verfügung. Das Unternehmen unterstützt die Teilnehmer mit einem kostenlosen Produktionsaudit und einer jährlichen Prüfung nach EN 1279 Teil 6.

Ausführliche Beratung zum blackline-Netzwerk und dem Dichtstoff aus dem Fass gibt es bei Kömmerling auf der fensterbau/frontale in Halle 7 Stand 118. Weitere Informationen finden sich unter www.blackline-glass.com (ar/pp)

Blackline1

Ein herkömmlicher Randverbund besteht aus Abstandhalterprofil, Primärdichtstoff, Trockenmittel und Sekundärdichtstoff.

Blackline2

Im Isolierglas blackline ersetzt der Dichtstoff Ködispace von Kömmerling gleichzeitig Abstandhalterprofil, Trockenmittel und Primärdichtstoff.

Weitere Informationen und Belegexemplar an:

Kömmerling Chemische Fabrik GmbH
Dr. Knut Göke
Zweibrücker Str. 200
66954 Pirmasens
Tel: +49 6331 56-2330
Fax: +49 6331 56-1110
E-Mail: marketing@koe-chemie.de
www.koe-chemie.de