Dichten
Ziel ist, den Stoffaustausch zwischen durch die Dichtung abgegrenzten Räumen zu vermeiden oder zumindest signifikant zu reduzieren. Neben klassischen Dichtungsverfahren wie beispielsweise Löten, Bördeln oder Kitten haben in den vergangenen 50 Jahren organische hochpolymere Werkstoffe einen festen Platz gefunden und viele heute gängige Verfahren und Vorgehensweisen erst ermöglicht.
Nass applizierte Dichtungen haben gegenüber vorgefertigten Dichtungsmaterialien erhebliche Vorteile.
- sie entwickeln Haftung zu den Substraten und können daher auch auf Zug Bewegung aufnehmen ohne die Funktion zu verlieren.
- sie gleichen Fertigungsungenauigkeiten problemlos aus.
- sie können modelliert und so komplizierten Geometrien optimal angepasst werden und ermöglichen so eine erweiterte Designfreiheit.
- es fällt kein Verschnitt an.
- am Markt ist ein sehr breites Spektrum an Materialien mit unterschiedlichen Rohstoffbasen verfügbar, aus dem für die jeweilige Anwendung ein hinsichtlich Funktion, Substraten und Verträglichkeit mit Kontaktkomponenten optimal taugliches Produkt gewählt werden kann.
Reaktive polymere Dichtungsmaterialien werden in sehr unterschiedlichen Anwendungen eingesetzt:
- im Baubereich in Hoch- und Tiefbaufugen, zur Fassadenabdichtung, zur Dachabdichtung, zur Deponieabdichtung und vielem mehr.
- im Bereich der Bauzulieferindustrie zur Fertigung von Isoliergläsern, Fenstern und Türen, zur Erhöhung der Einbruchshemmung.
- im Bereich der Automobil-Industrie zur Nahtabdichtung an der Karosserie, bei Nutzfahrzeugaufbauten, im Busbau bei Schienenfahrzeugen.
- im Schiffbau und in vielen Feldern mehr.
Häufig steht die Vermeidung des Eindringens von Wasser im Vordergrund. In spezielleren Fällen geht es darum, auch den Durchtritt von Feuchtigkeit z.B. aus der Luft oder aus angrenzenden feuchten Umgebungen zu verhindern. Insbesondere für den Bereich Isolierglas werden hohe Anforderungen an die Gasdichtheit gestellt, um den Edelgasinhalt eines Mehrscheibenisolierglases über Jahrzehnte einzuschließen. In anderen Feldern soll zuerst der Durchtritt aller möglichen Chemikalien zum Beispiel zum Schutz des Grundwassers verhindert werden.
Diese Funktionen müssen Dichtstoffe über lange Zeit unter gleichzeitig wirkenden Einflüssen aus der Umwelt, wie Wärme, Licht, Nässe, Schadgase aus der Luft, und im Kontakt mit anderen Werkstoffen erfüllen. Um solche Anforderungen zu erfüllen, bedarf es genauer Analyse, intensiver systematischer Untersuchungen, und langer Erfahrung, für die KÖMMERLING steht.



